Am Montag ging es also um Klopapier mit Cashmerewolle-Anteilen und heute geht es um Glow in the dark Abbutzpapier wie der Hesse sagt. Ja man kann es tatsächlich im Vereinigten Königreich kaufen, denn: “Don’t like turning the light on when you need an impromptu midnight wee? Your aim may be rubbish, but at least you can find the toilet paper thanks to our Glow in the Dark Toilet Roll!” (Quelle). Auch Chip Chick, ein Blog der sich um technologische Neuerungen aus Frauensicht kümmert, feiert dieses praktische Utensiel. Die Seite I want one of those, zählt nochmal die Vorteile auf:
Glow In The Dark Toilet Roll.
Allows you to see the Toilet Roll clearly at night without having to turn the light on.
Will fit any normal loo roll-holder.
Suitable for anyone old enough to be using loo roll!
Und Sprachfetzen muß noch hinzufügen, daß natürlich gerade Nachts Glühbirnen ihren Geist aufgeben (”to give up the ghost”) - nun ist Rettung da.
Waitrose ist eine Supermarktkette fur Besserverdiener. Gut sortiert, qualitativ hochwertige Produkte, freundliches hilfsbereites Personal, welches die Grundrechenarten beherrscht und beim Einpacken an der Kasse mitdenkt und die schweren Sachen zuerst nach unten in die Einkaufstasche sortiert und darauf dann die zerbrechlichen Waren. DIe Märkte sind sauber, hell, breite Gänge und man bekommt hier zum Beispiel Hengstenberg Rotkraut und deutsches Hefeweizen.
Nun hat Waitrose seine Produktpalette erweitert und die englische Presse ist begeistert. Man kann hier exklusiv Klopapier mit Cashmerewolleanteilen kaufen. “And Waitrose reckons shoppers won’t give the plush bog roll the bum’s rush.” (Quelle ).
Das lohnt sich zu übersetzen. Waitrose meint also, das sich die Käufer der “vornehmen, plüschigen” (”plush”) Klopapierrolle (umgangssprachlich “bog roll”) nicht verweigern werden (”to give someone the bum’s rush” - “jemanden rausschmeißen ”).
Da steckt natürlich ein kleines Wortspiel drin, denn “bum” bedeutet im Englischen “Hintern, Po” und “rush” meint den Andrang, den Ansturm, der Hochbetrieb.
Die wüste Kneipenschlägerei. In den USA im Saloon, in England im Pub. Da johlt die Menge, da spritzt das Blut, da fliegt der Zahn und da splittert das Bierglas. Und in England sind es natürlich die Pint Gläser (1,0 Pint = 0,568L ), die massenweise zu Bruch gehen. Ein Barmann eines Pubs im Norden Londons berichtet:
“One time there was a big fight and 50 pints were smashed in one minute,” she said. “One man smashed a glass over another one’s head. One person’s eye was popping out. It was a bloodbath. There was glass raining. People were hiding behind the counter.” (Quelle)
Die von der Regierung abgesegnete Statistik spricht von jährlich 87000 im Pubfight zerbrochenen Biergläsern. £2,7 Milliarden fallen da an Kosten für das öffentliche Gesundheitssystem an.
England handelt und führt die bruchfesten Pintgäser ein (Presseartikel). Sprachfetzen ist beeindruckt. England packt das Problem bei der Wurzel.
Allerdings bei weiterem Nachdenken- Besoffen prügeln ohne Scherben: früher war alles besser. Das ist wie Fasching ohne Konfetti. Bei einer Pubschlägerei will ich doch eine schöne Zeit haben - to have a blast.
Natürlich wird ab und zu mal die Kanzlerin erwähnt, besonders dann, wenn sie sich in Europa mit englischen Politikern trifft. Deutschland dient auch immer als gutes Beispiel, wenn über die verheerenden (devastating, disastrous) Zustand der britischen Wirtschaft gewettert wird. Ansonsten aber wird in England aber kaum berichtet was in Deutschland in Pop und Politik so passiert.
Außer es handelt sich um gesellschaftsrelevante, hochkulturliche Ereignisse. Da wir dann auch www.metro.co.uk hellhörig und berichtet begeistert über “Topless tobogganing“.
Auch Sprachfetzen war entzückt. Zeit mal wieder ein paar Vokablen zu lernen, denn der Winter ist noch nicht vorbei.
“Tobogganing” - “Schlittenfahren”. Schlitten wiederum kann man mit “sledge”, “sleigh” (das ist der vor den der Nikolaus die Rentiere spannt) und “toboggan” übersetzen.
Sprachfetzen eröffnet den Frühlingsmonat März kulinarisch.
Ein weit verbreitetes, beliebtes Gericht in England ist BANGERS and MASH (sausages and mashed potatoes - Bratwürstchen und Kartoffelbrei). Die Bratwürstchen werden Bangers genannt, weil sie natürlich beim Braten in der Pfanne zerplatzen.
Und diese Leckerei begeisterte auch schon Sophia Loren und Peter Sellers, die das “Bangers and Mash” Duett 1960 aufnahmen:
Das wahr auch der Tagesschau eine Meldung wert. Google Maps zeigt den kleinen Ort Argleton in Lancashire. allerdings existiert dieser Ort garnicht, sondern an dieser Stelle befinden sich nur Wiesen und Weiden.
Der Phantom Ort hat - wie jede andere Gemeinde auch einen Wikipedia Eintrag und die Help save Argleton Gemeinschaft ist weiterhin sehr aktiv. Viele englische Blogs haben sich rührig mit dem Thema beschäftigt.
Tja, und wie kam es nun zur Existenz dieses Ortes? ”I really can’t explain why these anomalies get into our database.” sagen die Verantwortlichen.
Eine wichtige Frage. Die wurde bei www.spotthetiger.com beantwortet. Spot The Tiger ist eine wunderbare Webseite, ein Mix aus Kunst und öffentlicher Umfrage. Es werden brisant-interessante Fragen wie “Should same sex marriage be legal?” oder “Should it be illegal to sell fur in the UK?” als öffentliche Umfragen freigegeben. (Vokabeltipp: “fur” ist der “Pelz”).
Mit jeder “Question of the week” geht eine kleine “dafür” und “dagegen” Argumentation einher. So gelingt es der Seite über Meinungen zu debatieren und Platform für neue kreative Künstler zu sein.
Diese Seite ist auf keinen Fall ein Papiertiger - “paper tiger” findet Sprachfetzen.
Bog of Doom - “Moor des Untergangs” (wahlweise auch “Schicksals-Sumpf”) ist nicht der Titel eines neuen Hollywood Megaknallers den Sprachfetzen vorstellen will, sondern eine Art Querfeldeinlauf mit Hindernis. Eine in England sehr beliebte Freizeitsportart. Das ganze Jahr über finden in allen Landesteilen solche Läufe statt. Anmelden kann man sich zu solch einem ”Hellrunner” auf dieser Webseite. Aber man kann auch einfach nur zuschauen, wie sich die Teilnehmer durch Moor, Morast, Schlamm, Stein- und Felspisten quälen.
Sprachfetzens englischer Freund Tim, nahm letzten November am Bog of Doom Teil und stellte ein Foto zur Verfügung:
Wem das nicht genügt, jetzt anmelden zum “Tough Guy” im Juli!
Tough Guy™ - The original and ultimate challenge. Run on the last Sunday of January and offering brain freeze like you’ve never experienced before!
Nettle Warrior - Less of the cold, more of the pain! Run on the last Sunday of July and featuring our hybrid super strength stinging nettles. All the same obstacles as January, only twice over!
Manchmal, denkt sich Sprachfetzen, sind die Englander schon ein seltsames Volk. Apropos “seltsam” - da kann man im Englischen auswahlen zwischen: “whimsical”, “strange”, “weird”, “odd”, “peculiar” oder ”curious”.