Seltsames, Skurriles und Merkwürdiges aus dem englischen Alltag



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    Winter in England - Teil 2

    Wir befinden uns nun im warmen, entschneetem Auto auf dem Weg zum Supermarkt. Unser Weg führt vorbei an eisglatten Bürgersteigen, überseht mit am Boden liegenden Rentnern mit verenkten Gliedmaßen. Hier in England brauch kein Anlieger den Bürgersteig eis- und schneefrei halten.

    Wir ignorieren die gebrochenen Mitbürger und fahren auch an den leichten Senken vorbei, die nun zu Steilhangrodelplätzen umgewandelt sind. Hunderte von Schülern und Kindern deren Schulen und Kindergärten für die nächsten Tagen geschlossen haben, träumen von weiteren wochenlangen schneebedingten Schulschließungen. Durchaus realistisch, wer kann schon verlangen, daß die Lehrer übermenschliche Anstrengungen unternehmen um zum Arbeitsplatz zu gelangen.

    Und Bus und Straßenbahn fahren sowieso nicht.

    Wir fahren vorbei an dampfenden Schornsteinen, an Vorgärten in denen kiloweise Fettringe und weiteres Vogelfutter ausgelegt sind. Der Engländer ist ein Vogelfreund, der genau weiß, daß der Piepmatz dem weißen Hungertod ins Auge blickt. Da wird geholfen, wo es nur geht.

    Und wir kommen zum Supermarkt und finden nur noch leere Regale. Zu spät für den Hamsterkauf. Immerhin gelingt es uns unbeobachtet auf dem Rückweg von den Vögeln zu stehlen.

    Wir überleben.

    Als der eisige Jahrhundertwinter nach 2 Tagen zerschmilzt, atmet das Königreich befreit auf und noch lange werden die Schnurren vom grausamen Weiß erzählt, das zu Beginn des Jahres 2010 die eisigen Klauen ausstreckte und England erstarren lies.

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    Winter in England

    Neulich war ja Winter in England. Das bedeutet 4 Nächte Minustemperaturen (bis zu -4 Grad!), 3 Tage 3cm Schnee und in panik geratene Engländer. Die befolgten brav die Überlebenstipps die es rund um die Uhr in allen Medien zu sehen, lesen und hören gab.

    Hamsterkäufe!

    Das bedeutete wiederum mit dem Auto zum Supermarkt -aarghh.
    Also erstmal ein paar Liter Wasser zum Kochen bringen um damit das Auto zu enteisen. Aber nicht vergessen, DICK anziehen. Mehrere Lagen Unterhemden und - hosen, Oberhemden, Pullover, Thermowesten, Mantel und darüber dann den Skianzug. Natürlich war die Bewegungsfreiheit eingeschränkt, aber in erster Linie galt es ja draußen zu überleben. Dann kochendes Wasser, Spaten, Kratzer und nach 30, 40 Minuten war das Auto freigelegt.
    Mit bisher ungesehenen-waghalsigen Manövern schafften es die fahrgewandesten von der Auffahrt auf die Straße. Dort lag die dichte Decke - nicht Schneedecke - sondern Streusalzdecke. Die Hauptstrasse - eine sichere Insel im sibirischen England.

    Winter in England - Teil 2: folgt am Montag an dieser Stelle!

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    Chopsticks

    Chopsticks ist die englische Bezeichnung für Stäbchen, den Esswerkzeugen unserer japanischen Mitbürger. Aber durchaus gebräuchlich im Englischen ist der Begriff Chopsticks auch für den ’Celebrated Chop Waltz’, einem einfachen Klavierstück, dem Flohwalzer nicht unähnlich. Chopsticks war auch das Stück das Marilyn Monroe im Film “Seven Year itch” am Klavier spielte (Videolink). Und Sprachfetzen ehrt das Stück heute weil es genau heute vor 132 Jahren von dem britischen Komponisten  Euphemia Allen unter dem Pseudonym “Arthur de Lull” beim britischen Museum in London lizensiert wurde.

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    fanny pack

    “Before the fanny packs and Andrea Bocelli concerts, your parents (and grandparents) were once free-wheeling, fashion-forward, and super awesome.”, so die einführenden Worte auf dem “my parents were awesome” blog. Dort kann man ein Photo seiner Eltern oder Großeltern hinmailen, als Beweis das die eigenen Vorfahren in deren jüngeren Jahren durchaus ein Leben hatten und sie eigentlich großartig (awesome) waren.

    Was aber ist ein “fanny pack”? “Fanny”, der Amerikaner bevorzugt eher den Ausdruck “pussy”, meint im englischen ein feminines Geschlechtsteil. Fanny pack jedoch sind ganz einfach diese Gürtel- oder Bauchtaschen, in denen die ältere Generation alles wichtige für den Ausflug verstaut. Brillenetui, Taschenmesser, Tempos, Geld, Schlüssel, Herztabletten. Fein verborgen unter darüberquellenden Bauchspeck, da ist es sicher vor langen Fingern.

    Funny that :)

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    I told you I was ill

    In England ist es nicht erlaubt “lustige” Grabinschriften (epitaph) zu haben. Sie sollten ernst, andächtig oder voller Schmerz, Trost und Weisheit sein. Daher hat es fast 2 Jahre gedauert bis die Grabinschrift die der Komiker Spike Milligan wollte, endlich eingemeiselt werden durfte (BBC Bericht).

    Eine feine Sammlung von Grabsprüchen wie zum Beispiel:

    Here lies
    Ezekial Aikle
    Age 102
    The Good Die Young.

    findet man hier. Und natürlich gibt es auch noch Dapper Cadaver.

    Dapper übersetzt man mit elegant, gepflegt, adrett.

    Milligans Grabspruch lautet: I told you I was ill

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    Alice’s Adventures in Wonderland

    Heute vor 178 Jahren, am 27. Januar 1832, wurde der englische Schriftsteller, Mathematiker, Diakon, Logiker und Photograph Lewis Carroll in Daresbury in Chesire, England geboren. Es war 1865 als sein Werk “Alice’s Adventures in Wonderland” veröffentlicht wurde. Im heutigen Internetwunderland gibt es die komplette Geschichte als Teil des Gutenberg Projektes online. Eine kurze, gute Biographie findet man bei www.insite.com.br.

    Carroll erweiterte die englische Sprache um das Wort “chortle”, einem Mix aus ”snort” und “chuckle”, welches er in seinem bekannten Gedicht “Jabberwocky ” einführte.

    to snort - prusten, schnauben
    to chuckle - kickern
    to chortle -  glucksen

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    The art of mime - die Pantomimik

    Mime, zu deutsch Pantomime oder der Mime. Ein Ausflugstipp für Londonreisende im Januar von Sprachfetzen. Zur Zeit läuft das “London International Mime Festival 2010” statt. Das London International Mime Festival, fand erstmals 1977 statt und ist das größte Festival seiner Art. Künstler treten in kleinen und großen Veranstaltungsorten verteilt über die Hauptstadt auf. Das renommierte Festival zieht inzwischen zehntausende Besucher an.

    Natürlich kann man auch selber ein Mime werden. How to Mime zeigt wie es geht. Und bei How to apply Mime makeup erfährt man wie das Pantomimen-Makeup richtig aufgetragen wird.

    Sprachfetzen bleibt lieber Zuschauer.

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    Rost in der Plätzchendose

    du kannst Bratwürstchen darin aufbewahren, dann hast du Rostbratwurst! So die wunderbare Antwort auf die Frage: “Rost in der Plätzchendose - was jetzt?” (hier gefunden).

    Was aber hat dieses Thema bei Sprachfetzen zu suchen? Ganz einfach, der “Erfinder” der Plätzchendose war ein Engländer. Anfang des 19. Jh war es  Joseph Huntley, ein in London ansässiger Plätzchenbäcker, der Plätzchen an Fahrgäste in der gegenüberliegenden Postkutschenstation verkaufte. Eine brüchige Ware, was ihn auf die Idee brachte die Plätzchen in Zinnbüchsen zu verpacken.  Und daraus wurde dann Huntley & Palmers, eine der erfolgreichsten Plätzchenmanufakturen der Welt die eng mit  Huntley, Bourne and Stevens zusammenarbeiteten, die Plätzchendosenfabrik die von Huntleys Sohn geleitet wurde.

    Wer also ein authentisches englisches Mitbringsel sucht, wie wär’s mit Keksen von: www.huntleyandpalmers.com.

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    © Thomas Althaus 2007 | by WordPress | WPD
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