Um noch mal auf ein Thema von letztem Freitag zurueck zu kommen.
Sehr nettes Plakat in Bristol. Camouflageartige Kippe.
Und die Anspielung auf garstige Kinder denen man sagt: “no ifs and buts” - ohne wenn und aber, die Kippe ist Abfall. Also nicht auf die Strasse damit, sondern brav in den Abfalleimer.
Warum nun die Kippe im Englischen “dog-end” heisst, weiss ich auch nicht. “Cigarette butt” - der Hintern der Zigarette ist natuerlich auch ein netter Ausdruck. Im “Urban Dictionary” kann man noch folgendes dazu lesen: “a dog end is the tastiest part of a cigarette as far as most tramps in nottingham are concerned. to find one a tramp, someone like my mate the freak, would go to a bus station or hospital and wait like a vulture for every dog end of every smoker around”. “Vulture” ist ein Geier. Seltsame Leute in Nottigham - dort war ich noch nie.
Mein Oma ist sehr alt geworden und ihre Gesundheit war auch im hohen Alter vorzüglich. Vielleicht lag`s an diesen Knoblauchpillen die sie jahrzehntelang eingeworfen hat. Auch ich bin ein großer Knoblauchfan. Allerdings fahre ich nicht zum Knoblauchfestival auf die Isle of Wight. Da wird mit Garlic beer und Garlic icecream gefeiert. Naja, jedem das Seine (”to each his own”). “Wir exportieren mehr Knoblauch als ganz Frankreich”, betont Frances Brookes. So nun ist es aber Zeit zum Kochen, mal überlegen was es heute geben soll….
Überwachungskameras (Closed Circuit Television - CCTV) werden gerne übersehen. Wenn allerdings augenfällig wird, dass hinter den Überwachungskameras Menschen sitzen und nicht einfach nur Aufzeichnungen laufen, die vielleicht nie jemand anschaut - dann denkt man neu nach. Besonders dann, wenn plötzlich aus mit Lautsprechern ausgestattenten Kameras Verhaltensanweisungen tönen. Beispiel Middlesbrough im Herbst 2006. Von den über 100 dort aufgestellten Kameras kann das Sicherheitspersonal seitdem während einer Testphase bei sieben Kameras im Stadtzentrum die Bürger beobachten und gegebenfalls ermahnen. Wenn nun beispielsweise eine deutsche Touristin einfach eine Zigarettenkippe (”dog-end”, “fag”) auf die Straße schmeißt, dann könnte sich berechtigterweise eine ermahnende Stimme erheben - denn da liegen ja Benzypren, Schwermetalle, Nitrosamine, Hydrazin, Vinylchlorid, Benzol, Polonium 210 und vieles andere mehr.
Die Engländer sind eigentlich schon seit 2003 dran das System zu etablieren. Mehr zum Thema gibt es bei der Alhambra Internetzeitung.
Im Moment gbt es es ja genug Wasser in England. Warum nicht aus der Not eine Tugend machen und mal mit jemanden Fischen gehen? Das kann sehr - äh - rührend (heart-warming, affecting) sein. Diese beiden (amerikanischen) PSAs “Public Service Announcements” zeigen ein paar kleine Beispiele auf.
Take me fishing - because my weeding will be sooner than you think.
Das Thema liegt sozusagen nicht nur auf der Hand, sondern man steht knietief drin. In den großen Pfützen und überschwemmten Gebieten im südwestlichen Teil Englands. Es folgt nun kein Gebesserwisse über mangelnde Renaturierungen und zu viele Flußbegradigungen, über zuviel Beton und zu wenig Auen. Egal was gesagt wird: “that excuses won’t hold water” - diese Ausrede ziehen nicht.
Ich nehme die schlimme Situation des “torrential rain” - der sintflutartige Regenfälle, um ein paar Redewendungen aus dem Bereich “Regen” und “Wasser” vorzustellen:
“left out in the rain” - im Regen stehen gelassen werden
“it´s pouring with rain” - es schüttet in Strömen
“to be in hot water” - in Schwierigkeiten stecken (auch “to be in deep water”)
in Amerika eher gebräuchlich:
“to give someone a raincheck” - jemaden ein andermal einladen
und zum Schluß noch eine Redewendung mit “duck” und “water”:
“like a duck takes to water” - mit der größten Selbstverständlichkeit.
ASBOs sind gerichtlich verordnete Verbote asozialen Verhaltens. Verhalten für die es (noch) keine Strafe gibt. So gibt es Einkaufszentren in England in denen man keine Kapuze tragen darf, denn die erschweren die Arbeit der Überwachungskameras. Einem 10- und 12-jährigem Brüderpaar wurde untersagt unanständige Gesten zu machen und mit dem Feuerzeug zu zündeln. Die ASBOs gelten drei bis fünf Jahre. Hier ein paar Beispiele die zu Stubenarrest führen können:
• Beeinträchtigung des nachbarschaftlichen Zusammenlebens
• Rowdyhaftes Verhalten
• Halbstarkes Verhalten und Einschüchterung von Anderen
• Vandalismus, Sprayen von Graffitis
• Drogenverkauf
• Abfall auf die Straße schmeissen
• Öffentliches Betteln und Saufen
• ungenemigte Feuerwerken und öffentliches Zündeln
Wer betrunken Nachts herumgrölt oder Abfall auf die Straße wirft, muss damit rechnen, öffentlich bloßgestellt zu werden. Ohne viel Bürokratie können die richterlichen Beschlüsse verhängt werden. Law and Order unter Blair. Seit 1999 bekam die Polizei immer mehr Kompetenzen und hunderte neuer Überwachungskameras wurden im ganzen Land installiert.
Richard Hawley, der wunderbare englische Crooner greift das Thema in seiner neuen Single auf und meint dazu: “… it’s about the brutal ignorance and insensitive way this fucking pile of shit government has decided to deal with anti social behaviour. The future of any country is in its kids and if a shitload of them are basically taught to just be consumers is it a surprise that when they can’t consume because they’re poor that they just go, ‘Well, we’ll take it anyway’? An ASBO doesn’t do anything, it’s just a piece of paper that says ‘Go away’.”
So, wie schon angekündigt, hier der deutsche Zungenbrecher an dem sich eine Inselbewohnerin versucht:
“Am Zehnten Zehnten um zehn Uhr zehn zogen zehn zahme Ziegen zehn Zentner Zucker zum Zoo.”
Na, das scheint doch garnicht so schwer, oder? Hier kommt das Audio:
Ich finde das klingt sehr sehr charmant und wer noch nicht genug von dieser charmanten Stimme hat (die jedoch anonym bleiben will), dem sein noch mal der Ant-eater in Erinnerung gerufen.
Tongue Twister, zu deutsch Zungenbrecher, machen mir leider meine Grenzen im englischen sehr deutlich. Natürlich habe ich Schwierigkeiten mit dem “th” und mein “v” klingt wie ein “w”. Ich schiebe es gerne auf meine oberhessische Herkunft mit entsprechend schlurigem Deutsch. Da gibt es ja viele Sätze ohne “r” wie zum Beispiel: Komm in Gaden, Kall.
Aber zurück zum Englischen. Es gibt eine Seite mit einer Tongue Twister Sammlung. Davon habe ich mal zwei - zugegeben - leichtere eingesprochen. Und vorneweg ist zu hören wie es eigentlich klingen sollte:
und zum Nachlesen:
a) Six sleek swans swam swiftly southwards
b) How much wood would a Wood Chuck chuck if a Wood Chuck could chuck wood?
Und am Montag gibt es eine Kostprobe andersrum. Wenn der Engländer sich am deutschen Zungenbrecher versucht - freut euch auf Montag !