Naja, so richtig gibt es hier keine Adventszeit. Klar werden auch Kalender verkauft und Weihnachtsmärkte aus dem Boden gestampft. Der “advent wreath”, der Adventskranz wird nicht auf den Tisch gestellt, sondern an die Tür gehaengt - natürlich ohne Kerzen 
Aber der Adventskalender ist eher eine deutsche Sache. Eine kurze Zusammenfassung des Thermas Advent in England bietet www.woodland-junior.kent. Ich für meine Person will natürlich nicht auf liebgewonnene Bräuche verzichten. Darum habe ich mir mal selber einen kleinen Adventkalender mit 24 tollen Überraschungen gebastelt und an der Tür aufgehängt:
Damit verabschiedet sich Sprachfetzen in einen kleinen Adventsurlaub. Hier geht es weiter am Dienstag den 4. 12.
Cheers !!
Erstmal die Antworten zum kleinen “Chav” Quiz von gestern. Die richtigen Antworten waren natürlich:
Antwort 1: She is the most pregnant one.
Antwort 2: A bus shelter!
Antwort 3: The burglar.
Die Tage ging ich in Birmingham an einen Pub namens “Snob” vorbei. Donnerwetter, was hängt den da für eine Notiz an der Tür:

Oha, da werden Ansprüche an die Kleiderordnung gestellt:

Burberry, Rockport ? Ich hatte keine Ahnung was das nun für Kleidungsstücke sind. Das ist beliebte Chav Kleidung. Die Firma Burberry ist darüber wenig glücklich und versucht schon (mit wenig Erfolg) seit Jahren einen Imagewandel zu vollziehen. Doch es bleibt bei Burberry Baseball-Kappen und der weibliche Chav zum Beispiel kommt auch weiterhin in Strümpfen die bis zu den knappen Nylon Hosen hochgehen, trägt Rockport Klamotten und ist überhängt mit Falschgoldklunckern, an der einen Hand den Kampfhund, in der anderen die Sun und das neueste Handy. Nur in den “Snob” Club kommt sie (bzw er) nicht rein - außer mit “England” T-Shirt.
Diesen Jungs sollte man lieber nicht im Dunklen begegnen. In meiner Jugend hätte man sie glaube ich als “Asos” bezeichnet. Das sind die, die dann haufenweise als “comedians” bei den Privatsendern Karriere gemacht haben. Die deutsche Familienministerin würde eher von bildungsfernen Jugendlichen sprechen, denke ich. Wie auch immer, in England sind es die Chav(s) - Council house and violent - Sozialwohnung und gewalttätig. Auch wenn der Stern behauptet der Begriff käme aus der Roma Sprache. Da stimmt schon eher die Beschreibung des Anti Social Behaviour Dictionaries “…a stereotypical chav will be somewhat lacking in intelligence, culture and possess an in-bred nature of stupidity and a totally blinkered attitude.” (Quelle). Der Begriff “Chav” hat Einzug in die englische Umgangssprache gehalten. Asos die sich an Bushaltestellen versammeln und dich hauen wollen. Man erkennt sie an ihren Klamotten.
So, nun der kleine Test ob der Sprachfetzen Leser auch gelernt hat was ein Chav ist, bitte beantworte folgende Fragen:
Frage 1) How do you identify the bride at a chav wedding?
Frage 2) What do chavs use as protection during sex?
Frage 3) What do you call a chav in a tastfully decorated house?
die Antworten gibt es morgen, wenn wir den Begriff “Burberry” etwas näher beleuchten…
Bäume bekleiden? Mal wieder ein obskurer englischer Brauch? Nein, alles halb so wild. Das “Tree Dressing Event” in Wealdon, Sussex geht zwar auf die Legende vom Grünen Mann zurück, ist aber eher ein kindergerechtes Familienfest. Konservendosen, Marmeladegläser und Kerzen einpacken und dann ab Mittags auf zum Laternenbasteln. Am späten Nachmittag werden dann damit die Bäume geschmückt. Besser als die üblichen Lichterketten in den Einkaufsstraßen finde ich.
Aber noch kurz zurück zum “Green Man”. In England heißen viele Pubs so und man findet oftmals mittelalterliche Figuren die den Green Man darstellen. Auf Maljonicsdreams kann man das gut dokumentiert nochmal nachlesen.
Der heilige Clement ist der Schutzheilige der Schmiede. Heute am 23. November ist traditionell Old Clem´s Night. Heute gibt es keine großen Feierlichkeiten mehr, trotzdem werden in einigen Gegenden Englands noch Abbilder des heiligen Clement an den Haustüren gegen eine kleine Spende, die wohltätigen Zwecken zugute kommt, angebracht. Viel konnte ich über diesen Clement nicht in Erfahrung bringen, er war der vierte Pabst. Als Schutzheiliger taucht er bei den Schmieden im Kirchenweb nicht auf. Da werden Hadrin, Eligius, Erhard von Regensburg, Georg der Märtyrer, Homobonus von Cremona, Johannes der Täufer, Leonhard von Noblat, Matthias, Patrick von Irland und Petrus genannt. Immerhin in Wilsons Almanac kann noch ein bißchen mehr über die Old Clem´s Night nachgelesen werden. Dort findet man den “Clementing Rhyme” mit dem früher die Kinder losgezogen sind um Obst und Pennies zu sammeln:
St Clements, St Clements comes once in a year
Apples and pears are very good cheer
Got no apples, money will do
Please to give us one of the two
Father’s at work and Mother’s at play
Please to remember St Clement’s Day.
Mit der Schlagzeile “Mystery of why German soldiers use 10 rolls a day” ging die britische Times vor ein paar Wochen dem spannenden Thema nach, wieviel Klopapier der deutsche Soldat im Durchschnitt braucht. Der Artikel war dann auch einer der meist gelesenen. Ja, die britische Presse weiß was richtig scheißspannende Artikel sind. Knallhart recherchiert und prosaisch umgesetzt: “Wherever and however I march, I never go without my loo paper”.
Das fängt schon im Kindergarten und auf dem Spielplatz an. Da kommt der Stärkere, oder gleich ein ganzer Haufen der feindlichen Bande und schon wird man schikaniert. Wenn einer “den starken Mann markiert” nennt man das “to be a bit of a bully”. Später im Beruf nennt man das dann Mobbing. Und wir wissen aus den täglichen Medienberichten: auch das Schülerdasein ist kein ungefährlicher Spaß mehr. Auch nicht in England. Darum ist diese Woche “Anti-Bullying Week” in England. Alles was man dazu wissen sollte gibt es auf der zugehörigen Webseite nachzulesen. Und auf dieser Seite gibt es noch eine Reihe weiterer Anti-Bullying Links.
Also - keine Chance dem Neighbourhood Bully!
Was macht man mit dem ganzen Kaugummi das man beim Bubble Gum Blowing Wettbewerb verbraucht hat? Da gibt es einfache Lösungen die man in einigen englischen Städten nach dem Motto “keep Britain beautiful” vorfindet.
Und natürlich beginnt man unwillkürlich zu summen: