Seltsames, Skurriles und Merkwürdiges aus dem englischen Alltag



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    Archiv: Januar 2008

    Am 2. Februar ist Candlemas Day

    Candlemas Day (Lichtmess) ist der Tag an dem der halbe Winter herum ist, die Hälfte zwischen dem kürzesten Tag im Dezember und der Tag- und Nachtgleiche im Frühling ist erreicht. Da heißt es heute besonders auf´s Wetter zu achten, den in England gilt:

    • If Candlemas Day be fair and bright Winter will have another fight.
    • If Candlemas Day brings cloud and rain Winter won’t come again.
    • If Candlemas Day be dry and fair,the half o the winter’s to come and mair
    • If Candlemas Day be wet and foul,the half o the winter’s gane at Yule.

    und auch für den Bauern gibt es wichtiges am Candlemas Day zu beachten:

    • A farmer should, on Candlemas Day,have half his corn and half his hay.
    • On Candlemas Day if the thorns hang adrop,you can be sure of a good pea crop.

    Die Abergläubischen unter den Sprachfetzen - Lesern sollte unbedingt folgendes beachten:

    • A candle which drips on one side when carried in church on Candlemas, denotes a death during the year of someone dear.
    • Snowdrops are considered to be unlucky if brought into the house before Candlemas Day, representing a parting or death.
    • Any Christmas decorations not taken down by Twelfth Night (January 5th) should be left up until Candlemas Day and then taken down.

    Der Shoreditch Slasher geht um

    Shoreditch, ein Londoner Bezirk der heute vor allem durch die vielen Galerien auffällt, war früher anders. Bis in die 90er Jahre des 20. Jahrhunderts war er als Teil des Londoner East Ends ein eher heruntergekommener Stadtteil. Noch viel früher wurde er von “Kriminellen und Prostituierten beherrscht”. So jedenfalls kann man es auf viewlondon nachlesen. Nun werden Verbrechen und Kunst zusammengebracht. Der sogenannte “Shoreditch Slasher” geht um. Und dieser “Schlitzer” entfernt - kunstvoll - Köpfe von Plakaten. Englische Blogger berichteten schon davon und der Slasher hat nun eine gewisse Popularität erlangt. Seinem Werk wurde eine ganze Fotoseite gewidmet.

    Up-Helly-Aa

    Heute mal ein Abstecher auf die schottischen Shetland-Inseln. Dort wird am letzten Dienstag im Januar, also heute, das traditionelle Up-Helly-Aa Fest gefeiert. Dann bricht sozusagen der Wikinger-Karneval dort los und Kölner, Mainzer und Düsseldorfer können nur noch ehrfürchtig staunen. Monatelang wurden Wikingerschiffe nachgebaut, Met gebraut, Wikingertracht genäht. Es muß jedes Jahr ein neues Schiff gebaut werden, da das aktuelle Schiff unter Schlachtgesängen angezündet wird und den Höhepunkt eines Flammenspektakels bildet das bei Fackelumzug und Lagerfeuer angefangen hat. Das Up-Helly-Aa ist das größte Fest auf der Shetland-Inseln. Tausende Einheimische und Touristen nehmen an der großen Feuerfeier um das skandinavische Kulturerbe teil. Vor zwei Jahren brachte die Süddeutsche mal einen kleinen Bericht zum Fest.

    Aber was heißt den nun Up-Helly-Aa. Schwierige Frage. Auf der Living Scotsman Seite habe ich folgendes gefunden: “… but it seems that nobody can agree on exactly what those words mean. Some say that when the Christians purloined the old Yule celebrations for themselves, the pagan Norsemen were forced to wait until the 24th night after Christmas to indulge in their own midwinter revelry, so they called this night “Uphalliday”, or “the end of the holy days”. “.

    Na, dann lassen wir es mal dabei und geniessen einfach das prasselnde Feuerspektakel in diesen kalten Tagen.

    Haggis - 2B or not 2B

    Da war also dieses Burns Night Essen am Wochenende zu dem ich eingeladen war. Da ich mich über den Burns informiert hatte wußte ich das er zum Beispiel auch “Auld Lang Syne” geschrieben hat. Der Tisch war schon vorbereitet, also her mit dem Haggis. Der war nicht selbstgemacht sondern von McKean - wenn gekauft, dann muß es unbedingt dieser sein.

    vor dem Essen

    Dazu gab es Kartoffelbrei und Kohlrübenbrei (swede). Das sah ja alles ganz lecker aus:

    haggis

    Ganz wichtig ist, das der Haggis mit Whisky beträufelt wird, wenn er auf dem Teller ist. Dann wird gegessen.

    Haggis mit Whiskey

    Traditionsgemäß mußte nun jeder Teilnehmer während des Essens etwas vortragen. Hmm, garnicht so leicht etwas zu finden. Literarisch anspruchsvoll, gewitzt, wortgewaltig aber denoch nicht zu schwierig zum Vortragen. Meine Wahl fiel auf Spike Milligans “A Silly Poem”:

    Said Hamlet to Ophelia,
    I’ll draw a sketch of thee,
    What kind of pencil shall I use?
    2B or not 2B?

    So - und wie war nun der Haggis? Viel leckerer als er aussieht. Würde ich glatt noch mal essen :)

    Fahrradfahren - ungesunde Feldforschung

    Englische Wissenschaftler haben Fahrradkuriere mit Schadstoffsensoren und GPS-Systemen ausgestattet. Während der Arbeit messen die armen Kerle nun auch noch nebenbei die Luftverschmutzung in den Straßen von Cambridge. Auf der Seite “Cambridge Mobile Urban Sensing” werden die Ergebnisse der Universität Cambridge dokumentiert. Und von Nokia, O2 und anderen Umweltfreunden gesponsert. Fahrradfahren in englischen Städten ist sowieso nicht beliebt. Zumindest gibt es hier in Warwickshire kaum Radwege und Bügel um Räder anzuschliessen müssen erst noch erfunden werden. Allerdings kommen Autofahrer mit Fahrradfahrern gut zurecht - sie ignorieren sie einfach und fahren so, als wäre da kein Radfahrer vor, neben oder unter ihnen.

    Morgen ist Burns Night - dann gibt es Haggis

    Morgen bin ich zu einer Feier eingeladen. Zur Burns Night. In Großbritannien feiert man den Geburtstag von Schottlands größten Poeten, Robert Burns. Ich wurde vorgewarnt. Seltsame Bräuche werden da vollzogen. Zu Essen gibt es Haggis - in seinem Gedicht “Address to the Haggis” lobte Robert Burns dieses schottische Nationalgericht als den „Great Chieftain o’ the Puddin-race“ („Großer Häuptling des Pasteten-Stammes“). Haggis besteht aus dem Darm eines Schafes, der mit Herz, Leber, Lunge, Nierenfett vom Schaf, Zwiebeln und Hafermehl gefüllt wird. Das alles wird mit Pfeffer scharf gewürzt, das Hafermehl ergibt eine etwas zähere Konsistenz als Wurst. Auf FreeFoto.com gibt es ein leckeres Foto:

    Wenn in der Burns Night der Haggis serviert wird, bläst einer der Gäste den Dudelsack. Ein Wortführer muß Frage-und-Antwort-Gedichte rezitieren, die mit schlüpfrigen Einwürfen der restlichen Gesellschaft beantwortet werden. Gut das ich mich bei www.auldlangsyne.org informiert habe und weiß wie das Ganze abläuft.

    hören und zuhören - listen and hear

    Manchmal trifft man Leute die reden und reden und reden. Letzte Woche traf ich solch eine Einheimische. Wenn dann ihre Stimme auch noch wie Minnie Maus auf Speed klingt, reicht es irgendwann (eigentlich ziemlich schnell). Als Deutscher gelingt es mir dann wunderbar den englischen Redeschwall komplett auszublenden. Ich bin dann sozusagen nur körperlich anwesend. Das geht viel einfacher als jemanden der in der Muttersprache redet auszublenden. Denn da bleibt meißt noch eine Art störende Restwahrnehmung. Während Minnie Maus aufhörte zu existieren. Da habe ich noch nicht mal etwas “gehört” im Sinne von etwas wahrnehmen - ” to hear”. Und “hören” im Sinne von “genau zuhören” - “listen (to)” - sorry Minnie Maus, vergiß es. Aber das lag nicht nur alleine an deiner Stimme.

    Spaßbremsen - party pooper

    Da regnet es ein bißchen und ich mache einen kleinen Spaziergang zum Abbey Fields Park in Kenilworth um mal zu schauen was das Ford (die kleine Senke mit der Brücke) so macht. Tatsächlich, die Straße ist etwas befützt. Der LKW brummt durch, die PKWs sind Warmduscher und wenden. Im wahrsten Sinne des Wortes Spaßbremsen - party pooper!

    flooded ford in Kenilworth

    Abbey Fields Park flooded ford

    The flooded ford in Kenilworth

    © Thomas Althaus 2007 | by WordPress | WPD
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