Seltsames, Skurriles und Merkwürdiges aus dem englischen Alltag



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    Archiv: Mai 2008

    Der Bugzapper

    Gotcha!!! - Erwischt!!!

    Zum Monatsende der Sprachfetzen-Einkaufstipp. Absolut notwendiges Teil, sollte in keinem Haushalt fehlen. Seit Jahren der Knaller in Südostasien, nun endlich in jedem gutsortiertem Kramladen Englands erhältlich. Der Bugzapper. “Kills flies, mosquitoes and other flying insects with one touch.” Nun kann die Grillsaison beginnen!

    bugzapper.jpg

    We all got holes to fill. And them holes are all that’s real.

    Die heutigen Titelzeilen stammen aus dem wunderbar-traurigen “To Live’s To Fly” Song von Townes Van Zandt.  Ich denke da hat er recht.

    In Birmingham gibt es seit einigen Monaten ein unbeschreiblich großes Loch. Viele fleißige Hände versuchen es zu füllen. Das ist nicht so ganz einfach, weil das Loch neben dem Kanal liegt.

    baustelle.jpg

    Hunderte von Arbeitern, ameisenartig in der Erde. Gerüste, Stahl, Schlamm, Regen, Kräne, Riesenbagger, Lärm - es ist unübersehbar “The Cube is coming“.

    baustelle1.jpg

    Cube - der Würfel, die Kubikzahl, to cube - in Würfel schneiden, bzw. in der Mathematik “in die 3. Potenz erheben”. Ice-cube, der Eiswürfel, stock-cube der Brühwürfel, sugar-cube der Zuckerwürfel - und natürlich und ich denke da sind wir beim Thema: test-cube - der Betonwürfel, oder auch Betonprobe.

    Der Mai ist (fast) vorbei

    Wie war der Mai in England? Durchaus freundlich. In der ersten Maiwoche ging das Thermometer zum ersten mal über 20° Grad in diesem Jahr. Die Grillsaison wurde landesweit eröffnet, ich habe Engländer mit leichten Sonnenbrand gesehen. Es gibt die ersten Bienen und Wespen - Mücken sowieso. Neblig war es wenig und zum Schwimmen im Fluß war es noch zu kalt. Und ich habe mir verkniffen irgendwelche Decken zu waschen.

    Nun fragt sich der Sprachfetzen-Leser bestimmt warum ich solche Nichtigkeiten aufzähle. Ganz einfach, hören wir mal was die Engländer über den Mai zu sagen haben

    A wet May makes a big load of hay. A cold May is kindly and fills the barn finely“

    A swarm of bees in May
    Is worth a load of hay.”

    Mist in May, Heat in June
    Makes harvest come right soon

    If you wash a blanket in May;
    You will wash one of the family away

    Those who bathe in May
    Will soon be laid in clay

    “clay” ist “Lehm”, “Tonerde” - also lieber nicht im Mai baden gehen. Sonst kann man kreidebleich enden - “as pale as clay”.

    Be nice to Nettles

    “There is more to nettles than just their sting. Butterflies love them, clothes are made from them, and they can even cure aches and pains.” - so beginnt die Seite des National History Museums, die sich dem “Brennnessel-Tag 2006” widmet. Dieser “Nettle Day” ist aber nun ein ganz anderer als jener “Nettle Day”, der mit dem “Gallapfel-tag” “Oak Apple Day” assoziiert wird. Aber der Reihe nach.

    Der Oak Apple Day war der 29. Mai. Dieser, heute nicht mehr gültige Feiertag, wurde 1660 eingeführt, zu Ehren König Charles II. Der war einige Jahre zuvor George Cromwell und seinen Puritanern entkommen, indem er sich in einer Eiche versteckte. An diesem Tag nun, sollten die königstreuen Bürger ihre Ergenbenheit mit Charles durch einen angesteckten Eichenzweig, zeigen. Und die Leutchen, die ohne Zweig gesehen wurden - die durften mit Brennnesseln ausgepeitscht werden. So wurde in manchen Gegenden aus dem “Oak Apple Day” der “Nettle Day”.

    Aber nun zurück zum lehrreichen und aktuelleren “Nettel Day” des National History Museums. Man findet dort nette Videos zum Thema “Nesseln” und weitere Informationen rund um die Brennnesseln und andere Nesseln. Leider verpasst hat Sprachfetzen die diesjahrige “Be Nice to Nettles Week” die vom 14. bis zum 25. Mai stattfand. Infos dazu gibt es auf www.nettles.org.uk.

    Zum Schluß noch der Hinweis für das Rezept der Irischen Brennnessel Suppe - das gibt es hier.

    Royal Mail - das Rätsel der Briefkästen

    Die sogenanten freistehenden “pillar boxes” gibt es seit 1852. Zusätzlich gibt es die “lamp boxes” und “wall boxes”, die dem Namen entsprechend an Pfähle angebaut bzw in Mauern eingebaut sind. Aber darum ging es im Bilderrätsel nicht.
    Die Briefkästen geben Auskunft zu welcher Zeit sie aufgestellt wurden. E II R sagt uns das der Kasten während der Zeit von Königin Elisabeth II aufgestellt wurde. Würde also zum Beispiel ER VII draufstehen wüssten wir - aha - aufgestellt zu Zeiten von König Edward dem Siebten.

    Neben dem elisabethanischen Briefkasten wurden die anderen beiden auf dem Foto also: V R und G R zu Regierungszeiten Königin Viktorias (1837 - 1901) und König George (1910 - 1939) aufgestellt.
    Weiteres Wissenswertes über englische Briefkästen gibt es bei der Wikipedia.

    Und welcher dieser beiden Briefkästen ist denn nun der Ältere ?

    englischerbriefkasten.jpg

    Royal Mail - heute geschlossen

    Bevor es morgen die Auflösung des Fotorätsels gibt, zuvor noch ein paar Bemerkungen zur Royal Mail. Hier im Ort gibt es zwei Läden der Post. Beide klein, schrammelig, leicht vergilbt und etwas heruntergekommen. Schon lange macht sich keiner mehr die Mühe, irgendwelche Kaugummis vom Teppichboden zu kratzen.
    Die Angestellten scheinen alle Zeit der Welt zu haben. Es wird viel mit der Hand ausgefüllt, mit der Zunge beleckt und wirklich alles genaustens abgewogen. Man muß sich zwischen first class (geht schneller) und second class delivery entscheiden.

    Büchersendungen, wie wir sie aus Deutschland kennen, gibt es hier nicht. Bücher zu verschicken ist - abhängig vom Gewicht - ziemlich teuer. Daher lohnt sich auch kein second hand online Buchverkauf wie zum Beispiel in Deutschland Booklooker. Man findet in den Postläden kleineren Krimskrams wie Faschingsartikel das ganze Jahr hindurch. Umschläge sind teuer und man sollte sie lieber woanders zu kaufen. Manchmal jedoch ist einfach unvorhergesehenermaßen zu:

    post office.jpg

    Bilderrätsel: Englische Briefkästen

    Mal wieder ein kleines Bilderrätsel für Englandkenner.

    Drei Briefkästen der Royal Mail. In was unterscheiden sie sich? (Mal abgesehen von den unterschiedlichen Leerungszeiten natürlich :) ). Auflösung gibt es Übermorgen!
    Ach ja noch eine kleine Schnurre aus dem Royal Mail Universum. 2006 wurde der Postmitarbeiter Roger Annies vom Dienst suspendiert, weil er inoffiziell an die Bewohner von Barry, South Wales Handzettel zur Vermeidung von Werbepost verteilt hat. Die Welt ist ungerecht!

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    Ghostbuster in England

    £60, die Hälfte des Gesamtpreises, zahlte die Gemeinde Peterlee in Durham (Artikel in der Dailymail) für die Durchführung eines Exorzismuses im Dezember 2007. Die professionelle Geisterjägerin Suzanne Hadwin, Chefin der Agentur “Soul Rescuers” in Sunderland führte den Job durch. Auslegen von Kreisen aus Salz in den Räumen, gezieltes versprühen von Weihwasser und ein paar Engel zu Hilfe rufen - das war das Ende von Peter dem Poltergeist, der in den Körper der 16jährigen Tochter der Mieterin schlüpfen wollte. Frau Hadwin weiß was zu tun ist.

    Ich meine das ist doch ein Schnäppchenpreis. Keine Ahnung warum sich die “Taxpayers Alliance“, oder Bad Psychics (Psychic = Medium) so aufregen. Und die Geisteraustreiberin sieht doch wirklich überzeugend cool aus - “This is London” hat auch ein Foto von ihr. Ach ja, daß obere Foto in dem Artikel ist NICHT der Geist.

    © Thomas Althaus 2007 | by WordPress | WPD
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