Seltsames, Skurriles und Merkwürdiges aus dem englischen Alltag



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    Archiv: Juni 2008

    Black Swan Green

    Sprachfetzen ist gut erholt aus dem Urlaub zurück. Zur Erholung gehört auch immer eine Handvoll guter Bücher. Neben meinen üblichen bevorzugten blutigen Thrillern, habe ich ein Buch gelesen, welches ich nun näher vorstellen und somit den Sprachfetzen-Lesern an Herz legen will.

    David Mitchells “Black Swan Green” ist die Geschichte des 13 Jährigen Jason und spielt im England des Jahres 1982 in Worchestershire. Jason ist ein Stammler - kein Stotterer. Lassen wir Jason selbst erklären worin der Unterschied liegt:
    ” Most people think stammering and stuttering are the same but they´re as different as diarrhoea and constipation. Stuttering´s where you say the first bit of a word but can´t stop saying it over and over. St-st-st-stutterer. Like that. Stamering´s where you get stuck straight after the first bit of the word. Like this. St ……. AMmer!”.
    13 Monate im Leben von Jason werden in 13 Kapiteln geschildert. Die Spöttereien der Mitschüler, die große Schwester, Falklandkrieg, Zigeuner die in der Nähe des Örtchens lagern, Mädchen und einiges mehr werden aus Jasons Blickwinkel erlebt. Das Buch beginnt im Winter,  Jason freut sich auf den gefrorenen und einsamen See, denn:
    “Superman2 was on TV. I´d seen it at Malvern cinema about three years ago.  It wasn´t bad but not worth sacrificing my own private frozen lakefor. Clark Kent gives up his powers just to have sexual intercourse with Lois Lane in a glittery bed. Who´d make such a stupid swap? If I could fly? Deflect nuclear missiles into space? Turn back time by spinning the planet in reverse? Sexual intercourse can´t be that good.”

    Das Buch gibt es unter dem Titel “Der dreizehnte Monat” auf deutsch. Aber ich verschenke auch gern mein lädiertes englisches Taschenbuchexemplar. Drop a comment - first come - first serve!

    Sprachfetzen setzt die Sonnenbrille auf und macht Urlaub

    Falls heute in England - unabhängig vom Wetter - mehr sonnenbebrillte Insulaner zu sehen sind als üblich, so liegt das am heutigen “Shades Day”. Eine Aktion zur Unterstützung der Ausbildung der Blindenhunde.
    Ja tatsächlich - was es alles gibt!.
    Man spendet £1 und setzt eine Sonnenbrille auf. Organisiert wird das Ganze von Guidedogs.org. Da bekommt man Infomaterial, Sticker, Buttons und natürlich vermittelt das Sonnenbrillen mehr als ein Modeaccessoir sind, sondern eigentlich primar vor den Langzeitschäden der UV Strahlen schützen sollen. “Shades” ist umgangssprachlich für Sonnenbrillen, “sunglasses” wird kaum verwendet.

    Jedoch natürlich gibt es auch Ausnahmensituationen: wenn ein männlicher Sprachfetzenleser ein Mädchen kennenlernen will, dann bitte die Sonnenbrille abnehmen. Geht in der Mittagspause rauß, denn Frauen verbringen die MIttagspause an schönen Tagen, gerne draußen. Schaltet das Handy aus und nehmt die Sonnenbrille ab. Dies rät die Psychotante zum Thema “Meeting Woman” auf der Men´s Health Seite :)

    Sprachfetzen jedoch setzt nun die Sonnenbrille auf, packt sein Köfferchen und macht Urlaub!
    Hier geht es weiter am Montag den 30. Juni. Bis dahin bleiben die Geschäftsräume geschlossen.

    Was ist ein Photobomber ?

    Eine wunderbare Idee. Mal einen Fotoblog mit Fotos bei denen irgendein Vollpfosten im Hintergrund das Photo ruiniert. Das kennen wir alle. Diese werden “Photobomber” genannt - hier mal ein Screenshot mit Beispielen:

    photobomber.jpg

    Das Blog mit vielen anderen Fotos (die meißten aus Facebook) findet sich hier.

    No change whatsoever - keinerlei Veränderung

    Vorgestern hatte Sprachfetzen darüber berichtet, wie sich die Pubs in den letzten Jahren zu ihrem Nachteil gewandelt haben. Allerdings gibt es auch Regionen wo die Zeit charmanterweise stehengeblieben ist - nicht nur auf das Gastronomiegewerbe bezogen. Orte die standhaft gegenüber Veränderungen sind - resistant to change. Da gibt es keinen “change of hearts” - “sinneswandel”.

    Leichester (gesprochen “Läster”) ist solch ein Ort. Das Städtchen in den East Midlands hat ca. 300 000 Einwohner ist die Partnerstadt von Krefeld. Interessant für Fußballfreunde: Peter Shilton und Gary Lineker wurden in Leichester geboren. Kirby & West liefern wie eh und je immer am frühen morgen die Milch vor die Haustüren

    Aber zurück zum eigentlichen Thema: no changes whatsoever. Die Webseite “Semper Eadem“, was ungefähr soviel bedeutet wie “immer dasselbe” präsentiert 15 Orte in Leichester die sich in den letzten 25 Jahren nicht verändert haben. In Bild und Ton werden Shops, Pubs und auch die lokale Feuerwehr vorgestellt.

    Sehr fein. Statt einer Kirby & West Milchflasche, bekam ich neulich mal eine von “Bowbutts” in die Hände. Ich denke die macht´s auch :)

    milk.jpg

    Heute vor 185 Jahren - das Regenmantelpatent

    Charles Macintosh - der Name verrät seine schottische Herkunft - wurde 1766 in Glasgow geboren und war ein leidenschaftlicher Chemiker. Und genau heute vor 185 Jahren, am 17. Juni 1823 ließ Herr Macintosh eine auf Kautschuk basierende Substanz patentieren, die er später zum imprägnieren von Baumwollstoffen verwendete. Er war der Erfinder des wasserdichten Regenmantels. Diese Regen- oder Gummimäntel waren bekannt und beliebt unter dem Namen “Mackintosh“.

    Die Mäntel und Jacken sind  absolut regenfest (allerdings kann von “atmungsaktiv” keine Rede sein ) und haben - besonders in Japan - Kultstatus.  “Britisches Understatement und modische Raffinesse machen aus jedem Mackintosh ein Liebhaberstück.” (Schöner Satz, ist aber nicht von Sprachfetzen, sondern von irgendsoeiner Werbeseite).

    Made in Scotland!

    Rettet den old-school Pub

    Pubs sind auch nicht mehr das was sie mal waren. Viele alteingesessene Pubs sind von Ketten übernommen worden, todrenoviert, ohne Charme und Eigenleben. “Boozer” bezeichnet im englischen den Säufer, aber auch den Pub, die Kneipe. Und solch eine urige Kneipe hat nichts mit den gesichtslosen Pubs zu tun, die man fast nur noch in England findet. Im “old school boozer” steht die verschrammelte Jukebox bestückt mit Singles vom Electric Light Orchestra, Lonnie Donegan, Small Faces und Dave Edmunds. Der Teppich ist zerschlissen und mit anderen befleckten Teppichen überlagert, an der Wand Hängen Bilder der Pint trinkenden Queen Mum. Zum Pint knuspert man nicht eine Tüte Chips, sondern natürlich “pork scratchings” und liest dabei das an der Wand hängende Zertifikat des “sticky carpet award”.

    Es gibt sich noch, solche Relikte vergangener Pubkultur.
    Bei “save the boozer” werden sie aufgelistet und honoriert.

    National Bike Week

    Es ist mal wieder soweit. Die Briten sollen mehr in die Pedale treten. Dafür wird seit einigen Jahren im Juni mit der “Bike Week” geworben. Auf der Seite www.bikeweek.org.uk kann man feststellen, welche Veranstaltungen und Aktionen vom 14. - 25. Juni 2008, wo geplant sind. Da gibt es einiges über das ganze Land verteilt: Bike to work, commuter challenge, competitive race, cycle fair, cycling skills training, free advice on cycling, free cycle safety check, longer road ride, off-road ride, parent and children ride, picnic/barbecue, time trial, traffic-free ride und und und. Und damit kein Radler orientierungslos wird, wird das Ganze von Nokia gesponsert. Also Luftpumpe und Handy nicht vergessen. In Sprachfetzen wurde das Thema “Radfahren in England” ja schon mal vor einigen Monaten kontrovers kommentiert.

    Hmm - was heißt den eigentlich Luftpumpe auf Englisch? Kleiner Tipp, der langfristig Hilfe verschafft: Englisch Training Online ;-). “Air-pump” oder ist es “bicycle tire inflator”

    Und was Robinella beim Fahrradfahren singt das könnt ihr nun hören:

    To weather the storm

    Im Mai haben die Londoner ja einen neuen Bürgermeister gewählt. Ein Tory ist es geworden. Früher unter anderem Journalist bei der Times und dem Daily Telegraph. Barbara meinte in ihrem Blogeintrag vom 2. Mai, er sei ein “versnobter, leicht rassistischer Ex-Chefredakteur einer erzkonservativen Zeitung”.

    Aber lassen wir ihn selber zu Wort kommen:

    “Ok, I said to myself as I sighted the bird down the end of the gun. This time, my fine feathered friend, there is no escape.”

    “That is the best case for Bush; that, among other things, he liberated Iraq. It is good enough for me.”

    “Labour’s appalling agenda, encouraging the teaching of homosexuality in schools, and all the rest of it.”

    “I love tennis with a passion. I challenged Boris Becker to a match once and he said he was up for it but he never called back. I bet I could make him run around.”

    “What has the BBC come to? Toilets, that’s what.”

    Auch alle die ihn nicht gewählt haben müssen nun seine Herrschaft überstehen:
    “weather the storm” -  die Sache überstehen”.

    © Thomas Althaus 2007 | by WordPress | WPD
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