Sprachfetzen macht 10 Tage Sommerferien. Es geht hier weiter am Freitag, dem 1. August.
Summer break - out of office until Friday August 1st.
Jenen Freitag sollten sich die Sprachfetzen-Leser schon mal “vorläufig vormerken” - “pencil something in” - , denn dann geht es hier mit spannenden, interessanten, seltsamen und alltäglichen Beobachtungen von der Insel weiter. Verpackt wie immer mit englischen Redewendungen und Begrifflichkeiten. Kleiner Ausblick was da kommen wird?
Spit-and-sawdust, bum raps, pun, flotsam and jetsam und und und.
See you!
Nicht das es wichtig wäre - oder realistisch.
Natürlich ist es nur eine hypothetische Spielerei bzw. kompletter Unsinn.
Aber immerhin - Sonntag ist ja der 20. Juli. Und was war da? 1969! Da wurden mehr Fernseher verkauft als bei den Blödmarktangeboten zur Fußballweltmeisterschaft. Und alle schauten die erste Mondlandung.
Also aus gegebene Anlaß stellt sich Sprachfetzen die Frage: “Wie lange kann ich im All ohne Weltraumanzug im luftleeren Raum überleben und was geschieht mit mir?”
Die Antwort ist:

1 Minute 11 Sekunden - na toll, das ist doch: “a cold comfort” - “ein schwacher Trost”
Wie das bei euch ist könnt ihr beim “Space vacuum” Test herausfinden.
Flibbertigibbet war Lehrling bei Wayland dem sächsischen Schmiedegott. Die von Wayland gefertigten Schwerter verfügten über Zauberkräfte. Er fertigte Schwerter für die germanischen Götter Odins und ein Schwert für Beowulf, mit dem dieser das Ungeheuer Grendel tötete, an.
Wayland schickte eines Tages seinen Lehrling Flibbertigibbet neue Nägel zu besorgen. Auf dem Rückweg überkam dem Jüngling der Hunger und er machte Jagd auf Kleingetier und suchte Vogeleier und ähnliches. Dabei vergaß er die Zeit und kam erst Stunden nachdem ihn Wayland eigentlich erwartete, zurück. Wayland war wutentbrannt, nahm einen der riesigen Felsbrocken, warf ihn nach Flibbertigibbet und nagelte ihn damit mit dem Schuhabsatz am Boden fest. Ohne Möglichkeit sich von der gigantischen Last zu befreien, blieb der arme Kerl in der Ecke weinend sitzen bis er starb.
Seitdem heißt eine Stelle in der Beerdigungskammer des Hühnengrabes von Wayland’s Smithy, “snivelling corner”.
Wayland´s Smithy in der Nähe von Swindon in Oxfordshire ist eines der schönsten und besterhaltensten Hügelgräber mit Grabkammer in England. Eine Websites mit Fotos findet man hier und hier gibt es eine Luftaufnahme.
Das Grab wird mit Wayland assoziiert, weil der Legende nach genau am Schlussstein des Grabes das Pferd eines Reisenden den Huf verlor. Der Reisende ließ Pferd und einige Geldmünzen zurück. Als er am nächsten Morgen zurückkehrte, war das Pferd neu behufft und das Geld verschwunden. Die unsichtbare Schmiede des Gottes Waylands soll ganz in der Nähe sein.
Auch wenn man die Schmiede selber kaum sehen wird - wer sich für Neolithische Grabstätten interessiert, sollte Wayland´s Smithy auf jeden Fall besichtigen.
Pottery ist die Topferei, der potterer ist der Töpferer bzw. Keramiker. “To potter aboud” bedeutet in etwa “herumwerkeln”. “To potter” kann aber auch “herumschlendern” bedeuteten.
Sprachfetzen pottert heute mal nach Stoke-on-Trent. Das liegt in den englischen Midlands. Im 18. Jhr Zentrum der englischen Ton und Keramikherstellung. Die dort abgebaute Kohle und die lehmreichen Ablagerungen waren Grundlage der dortigen Inkarnation der industriellen Revolution. Berühmte englische Keramikhersteller wie Josia Wedgwood und Joseph Spode wirkten dort.
In Stoke-on-Trent gibt es das Gladstone Pottery Museum, das gerade eine Ausstellung mit dem Namen “Flushed with Pride” zeigt. Da geht es um die Historie der Toilette. Gezeigt wird der Werdegang des Stillen Örtchens von Zeiten Königin Elisabeth I bis zu zukunftsträchtigen Modellen. Wer in die Gegend kommt, sollte sich die Ausstellung mal anschauen.
Stoke ist übrigens eine der wenigen größeren Städte in den MIdlands, die nicht während des 2. Weltkrieges zerbombt wurde. “Locals can’t decide whether it’s because the Luftwaffe could never find it in the smog or whether, having found it, they flew on thinking it had already been bombed” (Quelle)
Joseph Spode II, einer der namhaftesten Keramiker starb genau heute vor 181, im Jahre 1827.
“Sinister” bedeutet soviel wie “böse” und “unheimlich”. Was aber nun sind die “sinister bbc spy vehicles”?
Ganz einfach, das sind die mit viel Technik ausgerüsteten BBC Fahrzeuge die unterwegs sind um Schwarzseher zu finden. Wie zum Beispiel das Television Detector Modell aus den 60ern:

Quelle und Copyright: Daily Mail
Dieses und andere Modelle hat www.Oobjects.com mal zusammengestellt. Da ist auch der abgebildete Van aus dem Jahre 1938 dabei - Donnerwetter, ich wusste garnicht, daß es da schon Schwarzseher gegeben hat.
Da bin ich “dumbfounded” (verblüfft, sprachlos, entgeistert, verdutzt)
Fast unbelehrbar und ziemlich heldenhaft gebe ich immer wieder den englischen Schokoladen eine Chance. Natürlich auch und gerade in dieser Jahreszeit. Die bekannteste Marke Cadbury ist ja gleich um die Ecke hier in Birmingham. Der Spiegel hat schon 2005 über die Philosophie der Schokolade in England berichtet. Und wie die Schokolade im 17. Jh nach England kam, kann man bei theobroma-cacao nachlesen. Die BBC berichtet das der tägliche Haps Schoko dem Schlaganfall vorbeugen kann.
Philosophie hin, Gesundheit her - englische Schokolade schmeckt grauenhaft. Jede quadratisch praktische Tafel ist mir lieber als eine furchtbare englische Tafel. Ich lasse lieber meine vernaschten Finger von “chocolate bar” (Tafel Schokolade), “chocolate cake” (Schokokuchen), “chocolate drop” (Schokoplätzchen), “chocolate candy” (Schokopraline) …. Und morgens kommt sowieso Nutella aufs Toast, das wird wenigstens im Hessischen Stadt Allendorf hergestellt und gibt´s überall in England zu kaufen. Obwohl Zitronenschnittchen ja eher auf Marmite schwört. Ach ja noch ein Tipp via netzlogbuch: ” Der japanische Schokoladen-Fabrikant “DARS” versieht seine Verpackungen neuerdings mit einem chemischen Thermometer, welcher dem Verbraucher angibt, wann die Schokolade die optimale Verzehr-Temperatur erreicht hat.”
Zum Abschluß: Green & Blacks Schokolade, einst unabhängig, nun übernohmen von Cadbury Schweppes ist mit Abstand die beste Schokolade die man in England kriegen kann. Dazu gehört auch der Pflichtkauf des “Green & Black´s Chocolate Recipes” Buches - sensationell!
Noch ein Onlinesurftipp: www.chocolatemission.net - ein Mann auf der Schokoladensuche.
In England, so mein Eindruck, ist mit Hellseherei so manche Mark zu machen. Tarotkarten-Hotlines, Horoskopdienste, Handleser auf jedem Gemüsemarkt - quer durch alle sozialen Schichten dackeln die Engländer zum Spiritisten. Sehr seltsam, eigentlich kaum zu glauben in unseren aufgeklärten Zeiten der täglichen Bildzeitungs- und Goolgelektüre.
Großbritannien hat nun eine neue EU Richtlinie zum Schutz seiner Verbraucher umgesetzt. Wahrsager, Kartenleger und jedwege andere Medien und Spiritisten müssen ihr Tun und Lassen nun als “for entertainment only” und nicht “experimentally proven” ausweisen (Timesonline).
Kartenleger dürfen nicht mehr auf eine der vielen Standardvorlagen beim in die Zukunftsehen zurückgreifen, sondern sollen tatsächlich die Zukunft des individuellen Kundens vorhersagen. Das bringt die “Spiritualist Workers’ Association” (Vereinigung der spirituellen Arbeiter) in Rage (SWA Homepage). Und der Hellseher Lyn Guest de Swarte, bringt es auf den Punkt: “It’s like trying to regulate God.”
Hups - na das wollen wir doch nicht.
Stattdessen lernen wir lieber ein bißchen Englisch - mal sehen was wir so haben:
Astrologer - Astrologe
tarot card reader - Kartenleser
fortune teller - Wahrsager
soothsayer - Wahrsager
medium - Das Medium
psychic healer - Spiritistischer Heiler
clairvoyant - Hellseher
prognosticator - Wahrsager / Prophet
psychic - das Medium
palmist - Handleser
Wusstet ihr das Humbug im englischen “humbug” heißt. “To humbug somebody” bedeutet jemanden übers Ohr hauen. Na das passt doch zum Thema.
Hurra!! - Das öffentliche Stillverbot in Großbritannien wurde nun endlich aufgehoben (Quelle). Nun dürfen also die kleinen Scheißer ungestraft in Bussen, Cafes, Parkbänken, Museen, Unis zur Brust genommen werden. Allerdings liegt Großbritannien beim “breast-feeding” im Europavergleich ganz weit hinten. Und im Königlichen Palast und im House of Parliament bleibt das Stillen weiterhin verboten.
Da müssen die kleinen zum Schnuller oder zur Flasche greifen. Sprachfetzen-Leser wissen sicher was Schnuller auf Englisch heißt …..
“Dummy”.