Seltsames, Skurriles und Merkwürdiges aus dem englischen Alltag



Rubriken:



 




 

bloggerei.de - deutsches Blogverzeichnis
blogoscoop
Blog-Webkatalog
blog-o-rama.de
Blog Top Liste - by TopBlogs.de
TopOfBlogsblogoscoop

  • Abonnement


  • Impressum

    Archiv: September 2008

    Pork Pie flavour ice-cream - to push the envelope

    Nochmal zur Einnerung: Yorkshire Pudding ist ein im Ofen gebackener Eierkuchenteig in Napfform, gefüllt mit Bratensoße, oft als Beilage zum sonntäglichen Braten (Sunday Roast). Pork Pie ist der englische Schweinebraten, den es als Rezept hier gibt.

    Beides kann man natürlich auch in Deutschland nachkochen wenn man will. Schwieriger in Deutschland zu bekommen ist jedoch Speiseeis in den beiden Geschmacksorten Yorkshire Pudding und Pork Pie. Zu bekommen bei Harrods in London. Da gibt es noch weitere leckere Geschmackssorten. Morellis´s Eiscreme im Harrods Kaufhaus hat diese “brand new British inspired flavours” entwickelt.

    “Flavour” (im british English mit “u”) bedeutet “Aroma, Bukett, Duft, Geschmack, Würze, Wohlgeschmack”

    Wohlgeschmack ???? - ich glaube da haben die Engländer mal wieder “alles herausgeholt” - “to push the envelope”

    standoff - die Pattsituation / cry wolf

    Fast wie zu Zeiten Sammys des Krokodils (1994) - es war ja auch Sommerloch. Erst im deutschen Brandenburg, ende August dann hier in England: eine Krokodilsichtung in Almondsbury in der Nähe von Bristol. Straßen wurden abgesperrt, Polizei, Feuerwehr, Tierjäger wurden herbeigeholt. Die Zeit blieb stehen. Es dauerte 30 Minuten bis alle angerückt waren und solange herrschte eine Pattsituation - ein “standoff” zwischen Mensch und Tier. Das Tier verhielt sich ruhig, bewegunslos unter Büschen versteckt - der Mensch hielt den Atem an, die Spannung stieg.

    Würde es Menschenopfer geben? Kann das Biest erlegt werden?
    Vorsichtig näherte man sich an das Ungeheuer heran, endlich konnte es eine Kamera genauer erfassen und zoomte ein Bild heran. Das ca. 50 cm lange Stofftier blieb bewegungslos.

    Das nennt man im englischen “cry wolf” - falscher Alarm

    Hier die Meldung im Guardian über den Zwischenfall.

    Eine Warnung

    Auch ich war in den letzten Wochen ein paarmal im Kino. Leider ist die englische Kinolandschaft ja von Großkinos geprägt und kleine unabhängige Kinos (wie zum Beispiel in Hannover das tolle Kino im Sprengel) sind hier as “rare as rocking horse shit”.

    Der Engländer bekommt halt den Hollywood-Mainstrem vorgesetzt, aber die englische Jugend rennt begeistert in die Unterhaltung angesiedelt auf dem Niveau der Debilenzone.

    Da muß Sprachfetzen warnen:

    Und damit ein schönes Wochenende - und schaut euch vernünftige Filme an!

    Personal Hygiene

    Heute ein kleines PSA - ein Public Service Announcement. Es betrifft die Reinlichkeit und Körperpflege, cleanliness und personal hygiene (”skidmark” heißt übrigens “die Bremsspur”, der Rest sollte verständlich sein). Also Sprachfetzen empfiehlt:

    alle Hemmungen fallen lassen - to let one’s hair down

    Huh, war das gestern anstrengend. Es nicht so einfach ein Hipster zu werden. Da ist es viel einfacher wie ein Hipster auszusehen. Frisurtechnisch gesehen. Oder vielleicht wie ein Hinterwäldler? Manchmal ist da ja kein großer Unterschied. ABER! - wir brauchen keinen Alkohol um hip zu sein uns genügt “Wild root cream oil” im Haar! Und schon “lassen wir alle Hemmungen fallen” - “to let one’s hair down”:

    Das ist doch zum “to tear at one’s hair” - “Haare raufen”

    Sei “hip” mit Sprachfetzen

    “Hip” sein, also “angesagt”, “in” - wer will das nicht - ein Hipster. Natürlich ist hier nicht mit “Hipster” die tiefer angesetzt Damenunterwäsche gemeint, bei der aus der Hipster-Hose nicht der Nicht-Hipster-Schlüpfer rausschaut. Nein, wir reden vom “Angehöriger einer hauptsächlich in den USA verbreiteten, urbanen Subkultur der Mitte des 20. Jahrhunderts.” (Quelle). Was heißt hier 20. Jhr? Auch heute noch brauchen wir Hipster als Leuchttürme in der Einheitsbrandung.

    Allerdings ist es wichtig auch die “Hip-Sprache” zu verstehen. Darum eine kleine Einführung in den Hipsterjargon - ganz wichtig ist die Phrase “dig”:

    Dann können wir uns auf die Straße wagen und den Hipster identifizieren:

    Alles klar? Dann nochmal eine kleine Grundlage der Hip-Sprache kurz zusammengefasst:

    Chicken

    Nein kein Hühnchenrezept zum Wochenbegin bei Sprachfetzen, sondern der Auftakt zur audiophilen Woche hier. Jeden Tag gibt es diese Woche eine kleine Klangeinheit aus den unterschiedlichsten Bereichen.

    Musikalisch wird es jedoch nur Heute. Im englischen wird das Wort “chicken” in einigen Redewendungen untergebracht. Am bekanntesten ist sicherlich “to chicken out of something” - “sich vor etwas drücken, kneifen”. Aber es gibt auch noch:

    “it’s not chicken feed” - “das ist kein Pappenstiel”
    “to feel like a spring chicken” - “sich wieder jung fühlen”
    “chickenfeed” - “eine lächerliche Summe”

    Musikalisch runden wir das Thema mit Merle Travis ab, der 1947 beschrieb wie den sein “chicken” am liebsten mag:

    “Well I like my chicken fryin’ size
    Hangin’ around my pen
    Young and tender and not so wise
    Like some old stewin’ hen
    ‘Cause she’s done seen a lot
    Of every rooster in the lot
    So I like my chicken fryin’ size
    When I get my skillet hot …”

    to push the envelope - Glastonbury

    Gehen wir genau 38 Jahre zurück. Am 19. / 20. September 1970 fand das erste Glastonbury Festival statt. Einen Tag nach Jimi Hendrix´ Tod. 1500 Besucher kamen um den Headliner Marc Bolan zu sehen - und zahlten dafür £1 Eintritt - im Preis enthalten war auch Milch zum Trinken von der Farm. In den nächsten Jahren wurde das Festival größer und zeitlich auf die Sommersonnenwende (solstice) im Juni gelegt. Es dauerte bis 1990 bis das Festival den heutigen Namen des “Glastonbury Festival” bekam. In dem Jahr wurden auch zum erstenmal ein professionelles Parkplatzleitteam eingesetzt. Mit jedem Jahr wurde das Festival gigantischer, vor 10 Jahren kamen 90000 Besucher die jeweils £75 zahlten , dieses Jahr zahlten 134000 Besucher jeweils £155.

    Keine Ahnung warum so viele Menschen zu diesen Massenfestivals gehen, bei denen man aus 2 Meilen Entfernung Stecknadelköpfe auf einer Kasperbühne herumwackeln sehen kann. That´s really too much for me.

    Manche Dinge sollten lieber klein bleiben; musikalisch und kulturell. Man muß nicht immer “alles herausholen” - “to push the envelope”. Als kleines Gedenken an das erste “Festival” heute vor 38 Jahren ein frühes Kleinod von Marc und seinen Mannen:

    © Thomas Althaus 2007 | by WordPress | WPD
    Sofern nicht anders angegeben, unterliegen alle Inhalte der Creative Commons Lizenz