Seltsames, Skurriles und Merkwürdiges aus dem englischen Alltag



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    Archiv: November 2008

    Let the cat out of the bag

    Let the cat out of the bag - die Katze aus dem Sack lassen. Diese Redewendung gibt es im Englischen genauso wie im Deutschen (und bei den Holländern, wo es heißt: “Een kat in de zak kopen”).

    Die Redewendung kommt eventuell aus den Zeiten wo man noch Kleinvieh auf dem Markt gekauft hat. Und manchesmal kam wohl ein Katze aus dem Sack statt des eigentlich erworbenen Ferkelchens - und der fliegende Händler mit seinem Schweinchen war schon längst weiter zum nächsten Markt gezogen. So heißt es im englischen auch: “to buy a pig in a poke” - “die Katze im Sack kaufen”.
    Eine andere Erklärung für die Redewendung kommt aus der Welt des Seefahrt. Da war es früher üblich undisziplinierte Matrosen mit der Peitsche, der Neunschwänzigen Katze zu bestrafen - “cat o’ nine tails” - und die wurde immer in einem feinen Seesack aufbewahrt.

    Keien Ahnung was nun richtig ist - aber beide Geschichten haben ihren Reiz findet Sprachfetzen.

    Und schickt die Leser damit ins Wochenende. Und wenn der Sprachfetzen-Leser morgen früh auf den Wochenmarkt geht - probiere er lieber erst von der Auslage statt to buy a pig in a poke.

    Rule of thumb

    Nein, die Redewendung “rule of thumb” zu deutsch “Faustregel” kommt nicht von dem alten englischen Gesetz welches besagte haben soll, daß man seine Frau mit einem Stock züchtigen darf, solange der Stock nicht breiter ist als - eben eine Daumenbreite. Erstmalig in Schriftform tauchte der Begrif  in Sir William Hope’s The Compleat Fencing-Master aus dem Jahre 1692 auf, wo es hieß: “What he doth, he doth by rule of thumb, and not by art.” (mehr bei der Wikipedia).

    Eine der wichtigsten rules of thumb von Sprachfetzen: niemals Samstags Morgens fernsehen - man landet mit Sicherheit in der Kochshowhölle!

    Randbemerkungen - marginal notes

    Alle Elektrogeräte haben Sicherungen, denn das Stromnetz liefert 240V - genug um ein Pferd zu rösten.

    Man sagt bei der Begrüßung nicht “How are you?” sondern “You alright?”

    Tesafilm heißt hier sella-tape.

    George Formby´s Liedchen “My Little Stick of Blackpool Rock“, wurde von der BBC 1937 auf den Index gesetzt wegen “unsavoury innuendo” - unanständige Anspielungen”. Ich finde es bringt etwas Sonne in diesen trüben Novembertag.

    Sleeping policeman

    Die Engländer fahren in der Regel sehr langsam über einen ’sleeping policeman’. Kein Wunder, denn ein sleeping policeman sind diese  Erhebungen in der Straße die als  Geschwindigkeitsbremser eingebaut würden.Diese Schwellen heißen “speed hump” oder “speed bump” oder werden umgangssprachlich eben auch als “schlafender Polizist” benannt.

    Hier auf der Insel wird die Polizei oft mit “fuzz” (eher ein Slangausdruck) oder “constabulary” bezeichnet. Und so nennt man den Polizist in der Regel hier den “constabler”

    Beggars can’t be choosers

    Zum Wochenanfang eine kleine Redewendung die mir in den Sinn kam als ich am Samstag in Coventry einkaufen war und ich am Nachmittag einen leckeren Kaffee wollte. Aber natürlich gibt es nur diese fiesen, aromafreien Kettenläden wie Starbucks, Nero und Costas. Weit und breit kein kleiner gemütlicher Cappoladen oder plüschiges Kaffee. Aber mein Heißgetränkwusch überwog die Vernunft und ich kehrte bei Costas ein. Natürlich bereute ich die Entscheidung nach dem ersten Schluck. Aber wie auch immer:
    “In der Not frisst der Teufel Fliegen” - “Beggars can’t be choosers” oder auch “Any port in a storm”

    In vain

    “In vain” bedeutet soviel wie fruchtlos, vergebens, umsonst. Manchmal habe ich das Gefühl “to talk in vain”- “in den Wind reden”, wenn ich auf einen Anrufbeantworter sprechen muß. Es gibt ja unglaublich viele witzige Personen auf der Welt die alle tolle, lustige Anrufbeantworternachrichten haben. Gähn. So auch diese spitzzahnigen Herren aus den Karpaten:

    Schönes Wochenende - und nicht vergessen Knoblauch zu essen!

    Flowers drive thru

    Von meinem kleinen Ausflug auf die Nachbarinsel habe ich folgendes Photo mitgebracht:

    flowers drive through.jpg

    Geknipst in Waterford, Ireland. Und ich dachte immer es gebe nur diese McSchnellbeschiss Drive-ins. In Deutschland gibt es ja saisonal in den ländlichen Gebieten auch die Blumen am Straßenrand zu kaufen - eine Marktlücke in der Stadt. Und Sprachfetzen findet das es Miss Lucy gelang “to bridge a gap in the market” - “eine Marktlücke zu schließen”

    Flummadiddle

    “Flummadiddle” ist dem Oxford English Dictionary zufolge definiert als :
    1. A dish made with stale bread, pork fat, molasses and spices.
    2. Nonsense, humbug, something trivial or ridiculous

    In Leo das Deutsch-Englische Online-Wörtebuch kennt den Begriff nicht. Immerhin, bei Uncle Phaedrus, Finder of Lost Recipes gibt es ein ausführlicheres Rezept.

    Sprachfetzen findet es ist jedenfalls ein netter Begriff, ähnlich wie “fiddlesticks” - und vielleicht die richtige Beschreibung für das trübe Novemberwetter.

    © Thomas Althaus 2007 | by WordPress | WPD
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