Seltsames, Skurriles und Merkwürdiges aus dem englischen Alltag



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    Archiv: Dezember 2008

    Sprachfetzen Christmas pressie

    Liebe Gemeinde, Sprachfetzen begibt sich in die Weihnachtsferien!

    Natürlich nicht ohne ein kleines Geschenk an die Leserschaft zu hinterlegen. Aufwärmende Musik für frostige Tage. Zum reinhören und runterladen aus Sprachfetzens eigener Musikaliensammlung.

    Beginnen wir mit Lambchop - Seemingly Stranded von der “Rainer on my Parade” Tour only CD (2008)

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    Beste Americana Platte diese Jahres von den

    Whiskey Folk Ramblers - Moanin´Rag von der Cd Midnight Drifter (2008)

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    Den “Nancy and Lee” Ehrenpreis bekommen
    Isobel Campbell & Mark Lanegan Hang On von der Mini Cd “Keep Me In Mind Sweetheart” (2008)

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    Isobel und Mark zu einschlaefernd? Volume aufdrehen und dann:
    The Ettes - I get mine von der Cd “Look At Life Again Soon” (2008)

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    Eine Single Raritaet: wunderbarer Song auf wunderbaren 7inch Vinyl
    Constantines and Feist - Islands in the Stream (Single only 2008)

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    Ist ja bald Weihnachten und da darf es auch mal schmalzen
    L’Appuntamento vom Ocean´s 12 Soundtrack

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    Ausgeschmalzt, nun geht’s ans killen
    Amy LaVere - Killing him von der Cd “Anchors & Anvils” (2008)

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    und natürlich zum Abschluß die ultimative Weihnachtssingle:
    Run Rudolph Run - Keith Richards (Single B-Side only 1979 nicht mehr erhaeltlich)

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    Natürlich gilt: support the artist - buy the records!

    In diesem Sinne - frohe Festtage!
    Sprachfetzen öffnet wieder am Montag, den 5. Januar 2009

    Last minute Geschenkideen für Weihnachten

    Sprachfetzens Tipps fuer lastminute Geschenkideen. Here we go:

    Ideen aus Papier - Alter Falter, das sieht nach langen Bastelarbeitabenden aus. Es sind allerdings nette Ideen dabei.

    Und falls es ganz kreative Sprachfetzen-Leser gibt, die ihre künstlerischkreativen-handgemachten Produkte verteiben wollen (oder sich einfach inspirieren lassen wollen), dann schaut mal bei folksy rein, “a service for designers and crafters to showcase and sell stuff”. Gehäkelte gekochte Eier zum Beispiel.

    Ideen zu in letzter Minute Handgefertigtem gibt es hier, wer da keine Inspiration findet, kann es bei iLike versuchen.

    Und diejenigen die Stricken, Naehen und Haeckeln koennen, sollten sich “Start Sewing” ansehen. Dort gibt es Anleitungen vom Hexenkostuem bis zum gestrickten Dartpfeil. Essentiell!

    Am Montag gibt es dann hier an dieser Stelle mein musikalisches Weihnachtsgeschenk fuer die treuen Leser. Freut euch!

    Send any work to be translated

    “I am not in the office at the moment. Send any work to be translated” kann man sinngemäß mit: “Das Büro ist zur Zeit nicht besetzt, bitte keine Übersetzungsarbeiten schicken” übersetzen. Eine automatisierte Antwort auf Email-Anfragen. Das Ganze jedoch nicht in Englisch, sondern Walisisch. Und eben diese walisischsprachige Nachricht ging an das Schilderamt der Stadt Swansea in Wales, als Antwort auf eine Übersetzungsanfrage ins Walisische für die Beschriftung des Schildes: ‘No Entry for heavy goods vehicles’, Residential area Only’. Das Schild wurde brav mit eben jener Antwort aufgestellt.

    Gefunden und fein mit Beweisfoto illustriert bei: ray foley blog.

    Ray Foley scheint auch zu 57%iger Wahrscheinlichkeit ein Mann zu sein. Dies ergab zumindest der Test mit dem Genderanalyzer.

    Jemand hat mir mal gesagt

    Zeit mal wieder eine schöne Blogidee vorzustellen: www.someoneoncetoldme.com

    Eine einfache Idee. Leute werden, entweder zufällig oder auch nach Termin, fotografiert. Auf dem Foto halten sie ein kleines, selbstbeschriebenes Pappschild in den Händen. Draufgeschrieben ist ein Ratschlag den ihnen irgendwann irgendjemand mal mitgegeben hat - und der ihnen im Gedächnis geblieben ist. Unerheblich ob der Ratschlag nun gut oder unnütz war. Und so haben wir teil an Ratschlägen wie:

    “Don´t sit on a thistle and howl” oder

    “It´s not what you know. It´s who you blow”

    Dem hat Sprachfetzen nichts mehr hinzuzufügen.

    Woolworths - to pay its dues

    ‘I quite like Woolies, but basically it’s all just a bit crap isn’t it?’ so einer der Stöberer in einer der unzähligen Woolworth-Filialen, die man in jeder Hauptstraße eines britischen Örtchens findet. Ich mag Woolworth eher nicht. Irgenwie wirkt es für mich eher wie diese “Eine Mark” Läden die nach der Wende den Westen mit krebsmachendne Ostzonensuppenwürfeln und Russengasmasken überschwemmten.

    Wie auch immer - mit der Kette geht es konjunkturell bergab. Schließungen und Entlassungen drohen. Dabei war alles mal ganz anders:

    • Frank Woolworth öffnete seinen ersten Laden 1879  in Utica, New York mit dem Clou das jeder Artikel nur 5 Cent kostete. Die nächsten erfogreichen Läden verkauften dann Artikel für 10 Cent. Die berühmten  ‘five-and-dime’ Läden waren geboren.
    • Woolworth besuchte England im Jahre 1890. In seinem Tagebuchaufzeichnungen fand sich der Eintrag: ‘A good penny and sixpence store, run by a live Yankee, would be a sensation here.’
    1909 wurde der erste Woolworth in England in Liverpool geöffnet und war sogleich viel erfolgreicher als die Läden im Heimatland.
    • Süßigkeiten, verkauft nach Gewicht, das sogennante ‘pic ‘n’ mix’ - war der Schlüssel zum Erfolg. Die Süßigkeiten in Liverpool waren am Ende des Eröffnungstags ausverkauft.
    • In den 1930er Jahren wurden jede 2. Woche neue Filialen in ganz England eröffnet.
    • Woolworths Erbin Barbara Hutton - Franks Enkelin, die auch kurz mit Cary Grant verehelicht war - bekannt als ‘poor little rich girl’ wußte die Zeit zu nutzen.  Als sie 1979 starb hatte sie schon 7 Ehemänner verbraucht und 500 Millionen Dollar Vermögen verjubelt.

    So ändern sich die Zeiten. Während Opa “had to pay his dues - “sich alles hart erarbeiten musste”, konnte sich das Enkelchen alles erlauben - “she got away with murder”

    water off a duck’s back

    Die heutige Redewendung ist dem Anlaß zu verdanken das vor wenigen Wochen die Mitgliederliste der Britischen National Partei im Internet veröffentlicht wurde. Name, Adresse, Beruf. Manchmal auch kleine Kommentare zur Person. Die Liste ist authentisch und von der Partei selbst verfasst - und wurde nun von einem in Ungunst geratenen Nationalisten aus der Führungsgarde als Racheakt veröffentlicht.

    Lehrer, Polizisten, Ärtze, Anwälte - die Mitgliederliste reicht durch alle Berufssparten. Die Kommentare reichen von dem Ratschlag an ein Mitglied nicht mehr mit Springerstiefel und Bomberjacke herumzustiefeln, bis zum Vermerk, daß ein Lehrer nur als geheimes Mitglied geführt werden will - aus Angst in Verruf zu geraten.

    Nick Griffin, Vorsitzender der British National Party und natürlich ein PR-Profi nimmt eine etwaige Abschreckende Wirkung dieser Öffentlichkeit auf die leichte Schulter: “It probably will frighten some of them, but it’s water off a duck’s back to the stout-hearts of the British National Party. Let’s enjoy the publicity bonus.”

    “Stout-heart” meint “beherzt”, “stout” alleine steht für beleibt, prall, stämmig und das dunkle Bier.

    Die Redewendung “water off a duck’s back” bedeutet “etwas locker abprallen lassen”.
    Tja, Meister Griffin: Allgemeinwissen, Nachdenken, Menschenwürde, Unvoreingenommenheit - da ist einiges beherzt von dir abgeprallt.

    George Formby putzt die Fenster

    Um die Sprachfetzen-Leser mit einem Lächeln ins Wochenende zu schicken, ein kleines Liedchen vom großen George. Viel Spaß beim Hören und ein schönes Wochenende.

    WHEN I’M CLEANING WINDOWS
    Aus dem Film “Keep Your Seats Please” (1936)

    George Formby
    I go window cleaning to earn an honest bob.
    For a nosey parker it’s an interesting job
    Now it’s a job that just suits me, a window cleaner you will be.
    If you could see what I can see
    When I’m cleaning windows.

    The honeymooning couples too, you should see them bill and coo.
    You’d be surprised at things they do
    When I’m cleaning windows.

    In my profession I work hard, but I’ll never stop.
    I’ll climb this blinking ladder ‘‘til I get right to the top.

    The blushing bride she looks divine, the bridegroom he is doing fine
    I’d rather have his job than mine
    When I’m cleaning windows.

    The chambermaid sweet names I call, it’s a wonder I don’t fall.
    My minds not on my work at all
    When I’m cleaning windows

    I know a fellow such a swell, he has a thirst it’s plain to tell.
    I’ve seen him drink his bath as well
    When I’m cleaning windows

    In my profession I work hard, but I’ll never stop.
    I’ll climb this blinking ladder ‘til I get right to the top.

    Pyjamas lying side by side, ladies nighties I have spied.
    I’ve often seen what goes inside, when I’m cleaning windows.

    There’s a famous talkie queen, looks a flapper on the screen.
    She’s more like eighty than eighteen
    When I’m cleaning windows.

    She pulls her hair all down behind, then pulls down her, never mind
    After that pulls down the blind
    When I’m cleaning windows.

    In my profession I work hard, but I’ll never stop.
    I’ll climb this blinking ladder ‘til I get right to the top.

    At eight o’clock a girl she wakes, at five past eight a bath she takes.
    When I’m cleaning windows.

    That’s his blind side

    “Blinds” im englischen bedeutet steht für Sichtschutz, Verdunkelung, Fensterladen.

    Heute vor 239 Jahren am 11. Dezember 1769 wurde vom Engländer Venetian Edward Beran of London eine wunderbare Erfindung patentiert. Jalousien! Er nannte sie “Venetian blinds”. Warum nur?  Es waren doch nicht die Bewohner der Stadt Venedig, sondern dieser kühle Engländer der die Jalousien erfand.
    Ganz einfach: weil zur Zeit seiner Erfindung Möbel aus Italien der Renner am Möbelmarkt war, nannte der clevere Erfinder seine Voyeursspaßbremsen “Venetian blinds”. Seit dem heisst es vermehrt Jalousien herunterlassen, statt Fensterlaeden schliessen.

    Marketing war für den englischen Erfinder sicherlich nicht “his blind side” - “seine schwache Seite”.

    © Thomas Althaus 2007 | by WordPress | WPD
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