Neulich in einer gemischt englisch-deutschen Runde fiel das Wort “spießig”. Die Deutschen versuchten den Engländern zu erklären was es bedeutet und wir versuchten zu übersetzten. Allerdings fiel und keine passende Erklärung ein. LEO meint middle-class, square, narrow-minded, bourgeois. Aber irgendwie trifft es das alles nicht. Im dict.cc Wörterbuch wird es mit smug und stuffy übersetzt. Hmmm - blasiert, selbstgefällig bzw. stickig - na ich weiß nicht.
Nein, Sprachfetzen denkt das es im Englischen einfach keine geeignete Umschreibung für die Besitzer von Gartenzwergen, Stehlampen mit Fransen, Hemden mit Krokodillogo, umhäkelte Klopapierollen und und und gibt.
Gedanke zum Spießer macht sich ein lesenswerter Beitrag bei www.philtalk.de und stellt fest der Spießer kommt besonders oft im Stand der Kinderkümmerer vor.
Falls ihr Übersetzungsvorschläge habt - Sprachfetzen freut sich.
Sprachfetzen hat wieder mal ein tollen englischen Begriff aufgeschnappt, den er hier mit den Lesern teilen will. Kann man sicher häufig mal im täglichen Sprachgebrauch anwenden. “He´s a pipsqueak!”
pipsqueak = der Winzling, ein kleines Würstchen, ein Niemand.
Ihr dürft auch gerne “self-important little pipsqueak” verwenden. Dies bedeutet soviel wie: aufgeblasener kleiner Pinscher.
Sieht man jeden Tag, überall. Ich nenne jetzt keine Beispiele, das dürft ihr tun.
Der Kerl wird ja heutzutage ziemlich romantisiert. Berühmtester englischer Seefahrer, Entdecker usw.
Sprachfetzen will das mal richtigstellen. In erster Linie war er Pirat, Brandschätzer, Sklavenhändler und Spanienhasser. Heute ist darum ein Freudentag, denn am 28. Januar 1596 verstarb der unangenehme Zeitgenosse an den Folgen der Ruhr.
Das Wort “drake” im englischen bedeutet “Bordwandgeschütz” aber auch “Erpel”, der Enterich. “Fire drake” wurde auch manchmal früher als Umschreibung für “Will-o-the wisp” verwendet.
Fragt man Sprachfetzen nach einem sympathischen Drake, so würde die Antwort nicht Sir Francis, sondern Donald lauten.
… das haben Forscher herausgefunden. Aha, manche Leute haben also oft ein zu warmes Hirn. Bei mir kommt das oft in den Morgenstunden vor. Vielleicht zuviel heißer Frühstückskaffe der nicht nur die Magenwände stimuliert? Ich finde dieser Frage sollten mal die Wissenschaftler der Frikadellen der Wirklichkeit nachgehen.
Also extreme Obacht, wenn man in diesen winterlichen Tagen rausgeht und bei tiefen Temperaturen gähnt, denn dann, so schreiben die Wissenschaftler, ist das: ” … maladaptive, as this may send unusually cold air to the brain, which may produce a thermal shock.”
Huups, was bedeutet denn nun “Maladaptive”?
Maladaptive behavior” ist ein veralteter pädagogischer / psychologischer Begriff. Er bezeichnet Verhalten, dass den Anforderungen der Umwelt nicht gerecht wird. “Fehlangepasstes Verhalten”.
Diese Wissenschaftler! Wenn ich sowas lese, muß ich “stifle a yawn”- “ein Gähnen unterdrücken” und denke das ist: “a bit of a yawn” -”zum Gähnen langweilig”.
Einen schönen Tag noch wünscht Sprachfetzen
Essen zu Zeiten Shakespeares. Was gab es denn da so? Dies kann man auf der Seite der Foodtimeline.org herausfinden. So erfahren wir das rohes Gemüse und Früchte eher mißtrauisch beäugt wurden:
“Beware of green sallets & rawe fruytes for they wyll make your soverayne seke.”
Aber mal abgesehen von dem was zu Shakespeares Zeiten auf den Tisch kam, kann man bei bei der Foodtimeline Seite lernen das es Marmite vor Cornflakes gab. SPAM gibt es seit 1937, Nutella seit 1946 und 1940 gab das Britain´s Ministry of Food einige Rezepte und Anweisungen an die Bevölkerung heraus (hier)
Bei manchen Rezepten denke ich, hätte ich nur im Essen herumgestochert - “just pecked at my food”
Am nächsten Sonntag vor 152 Jahren wurde Lord Lonsdale geboren. Grund genug für Sprachfetzen kurz über diesen englischen Sportsman zu berichten. Sein größter Verdienst war, daß er gegen Anfang des 20 Jh. die modernen Boxregeln einführte. Vorher wurde bis zum Umfallen ohne Handschuhe und auch mit gewichtsungleichen Gegnern geboxt. Hauptsache Blut! Seit dem 18Jh gab es einige rudimentäre Grundregeln (Quelle):
• Fighters must meet in the ring centre after each knockdown.
• A fighter is allowed 30 seconds to recover when knocked down.
• Wrestling below the belt would result in disqualification.
• Hitting a fallen opponent would result in disqualification.
Erst mit Lord Lonsdale Regeln schaute Boxen überhaupt nach Sport aus. Fair play und Sportsgeist gab es vorher eher weniger. Daher war Boxen ein eher unpopulärer Familiensport. Die Regeln des Lords kann man bei der New York Times nachlesen.
Redewendungen mit “box” oder “boxing” gibt es soweit ich weiß keine. Für die Fußballinteressierten: “the box” nennt man im Englischen den 16er, den Strafraum.
RSPB - die “Royal Society for the Protection of Birds” ist hier in England nicht ganz so populär und verbreitet wie die RSPC über die Sprachfetzen gestern berichtete. Ist ja auch nicht so einfach Vögel zu quälen. Anlaß für diesen Sprachfetzen-Blogeintrag ist vielmehr das kommende “Big Garden Birdwatch” Wochenende vom 24. und 25. Januar.
Also auf geht´s zu Vogelbeobachtungen im Winter! Ein Stündchen ans Fenster setzen und zählen was da draußen flattert. Und dann die Erhebung an die RSPB übermitteln. Einfacher als Volkszählung!
Sprachfetzen hilft euch beim Erkennen der gefiederten Freunde:

Druckversion und mehr Infos gibt es bei der RSPB.
Na dann:
The early bird catches the worm -”Der frühe Vogel fängt den Wurm”
Ihr wollt nicht mitmachen? Dann muß Sprachfetzen to flip the bird -”den Stinkefinger zeigen”
und nicht vergessen:
A bird in the hand is worth two in the bush -”Besser der Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach”
RSPC - die “Royal Society for the Prevention of Cruelty to Animals”. Deren Stände und Charity-Shops findet man nahezu überall. England, Land der Katzen- und Hundenarren. Diese Gesellschaft ist ein guter Ausangspunkt wenn man zum Beispiel ein Kätzchen erwerben will. Nach einer ersten Interessensbekundung kommt ein Beauftragter auf Hausbesuch. Alles wird genauestens observiert, befragt, aufgenommen. Gibt es Garten, eine vielbefahrene Straße in der Nähe, Katzenklappe, wie sind die Nachbarn, wer ist wann zu Hause und füttert und kümmert sich, gab es schon früher Katzen im Haushalt, Todesursache, weiß man genug über Fütterung, Pflege und Hygiene und und und. Der Fragebogen ist endlos und die Inspektion dauert gute 2 Stunden. Eigentlich so wie beim Jobinterview mit dem Unterschied das es zuhause stattfindet.
Nach einigen Tagen bekommt man Bescheid: entweder man wird in eine Liste der Suchenden aufgenommen oder abgelehnt. Mit der Listenaufnahme darf man Wünsche äußern wie: ” a fluffy grey one” oder “a black boy”.
Um den Rest kümmert sich dann die RSPC. Kommt ein Angebot, schaut man sich das Tierchen an und kann es nehmen. Um die 40 Pfund muß man zahlen, dann kommt das Kätzchen entwurmt, gespritzt, geflegt und gesund und mit Gutschein für einen Tierarztbesuch ins Haus. Nach 4 Wochen kommt nochmal der RSPC Beauftragte und schaut ob´s der Katze gut geht. Qualitätskontrolle.
Ist euer Haushalt für Katzen geeignet? Nachschauen bei der RSPC.
Nachtrag: ich habe doch glatt die heutige Redewendung vergessen:
Falls ihr in England eine Katze wollt, dann wißt ihr nun “wie der Hase läuft” - “see how the cat jumps”