Die englische Sprache ist zu kompliziert. Das jedenfalls meint die 1908 in England gegründete “Simplified Spelling Society“. Die Rechtschreibung, bzw das Buchstabieren muß vereinfacht werden. Da kommt allen Engländern und allen die Englisch lernen wollen zu Gute.
Immerhin - die Umstellung auf das Dezimalsystem hat es gezeigt - alles viel einfacher! Wasser friert nicht mehr bei 32° Fahrenheit, sondern bei 0° Celsius und 240 Pence sind nicht mehr 1 Englisches Pfund, sondern tatsächlich natürlich 100 Pence.
Die Simplified Spelling Society beschäftigt sich mit Fragen warum sich zum Beispiel sehr ähnlich geschriebene Worte wie “comb, “tomb” und “bomb” nicht reimen, sich aber stattdessen unterschiedlich ausschauende Worte wie “they” “say” und “weigh” reimen. (Website der SSS).
Wie sagte doch der Konservative Abgeordnete James Pitman und Mitglied der SSS einst: “English is halfway between the alphabetic system of Spanish and picture-writing of Chinese.” (Quelle)
Dem hat Sprachfetzen nichts hinzuzufügen. Schönes Wochenende!
Seit Oktober 2008 rollen sie in Englands Straßen. Busse mit Plakataufklebern der etwas anderen Botschaft.
Zuvor wurden 6 Wochen lang spenden von Ungläubigen gesammelt um die Werbung zu ermöglichen. Mehr Information dazu, sowie die Atheistbus.org Webseite zur Erleuchtung der gottesfernen Sprachfetzen-Leser. Auch der Spiegel berichtete darüber.
Der kleine Eintrag heute handelt vom Thema “Glaube”. Glaube im Englischen ist “faith”. Wie die Verantwortlichen der Atheist-Bus-Kampagne nun handeln das kann der Leser selber entscheiden:
“to act in bad faith” - “in böser Absicht handeln”
“to act in good faith” - “in gutem Glauben handeln”
Sprachfetzen auf Irrwegen? Statt Redewendungen nun Girlie-Blog?
Aber nein, Sprachfetzen berichtet heute über eine der bekanntesten jungen Britinnen: eine 27jährige, alleinerziehende Mutter aus South Shields, die früher in einer Taxizentrale gearbeitet hat. Soweit, so gut.
Vor ein paar Monaten began Lauren Luke unter dem Namen panacea81 selbstaufgenommene Videos bei YouTube mit Make-up Tipps zu veröffentlichen. Ungeschnitten (sie weiß nicht wie), manchmal im Hintergrund ihr Hund schnarchend, wurden die Filmchen zum Hit. Über 31 Millionen mal sind ihre nun über 200 Videos abgerufen worden. Die Filme wurden von mehr Menschen gesehen als die im Moment populärsten britischen Fernsehsendungen “Dr. Who” und “Dancing on Ice”. Die BBC berichtet, der Guardian berichtet - Lauren ist ein Star.
Make-up - die Schminke, die Aufmachung.
to make someone up - jemanden zurechtmachen
to make something up - etwas zusammensetzen, etwas zusammenstellen
to make up - Frieden schließen
to make up for something - etwas aufholen, ausgleichen, wettmachen
wenn man ihr jedoch einen Namen gibt … dann gibt sie mehr Milch!
Wirklich das stimmt - zumindest für britische Kühe. In einer Studie mit mehr als 500 Milchbauern hier in GB, haben Dr Catherine Douglas und Dr Peter Rowlinson von der Newcastle University genau dies herausgefunden .
Die durchschnittliche Menge Milch die von einer Kuh über die Zeit von 10 Monaten gegeben wird beträgt 7500 L. Kühe mit Namen gaben durchschnittlich 258 L mehr.
Dr Douglas schließt scharf:
“cows […] feel happier and more relaxed if they are given a bit more one-to-one attention. Many farmers dote on their cows and have long thought that such interaction helps, but it has never really been tested. The statistics were significantly different for those cows with name - there was nothing else which could explain it.” (Quelle)
Aha - wir sind uns also einig:
“Vom Wiegen wird die Kuh nicht fett” - “A watched pot never boils”
Britische Hausfrauen sind die Online-Königinnen. Durchschnittlich 47 % ihres 5.8 Stundentages verbringen sie online. Länger als die Hausfrauen in den übrigen europäischen Ländern und auch länger als britische Studenten und britische Arbeitslose (BBC Report).
Sprachfetzen meint:
“I’ll always be by your side
Even when you’re down and out
I’ll always be by your side
Even when you’re down and out
I just wanted to be your housewife
All i wanted was to be your housewife
I’ll iron your clothes
I’ll shine your shoes
I’ll make your bed
And cook your food
I’ll never cheat
I’ll be the best girl you’ll ever meet
And for a diamond ring
I’ll do these kinds of things
I’ll scrub your floor
Never be a bore
I’ll tuck you in
I do not snore
I’d wear your black eyes
Bake you apple pies…” :
Auch heute das Thema Essen bei Sprachfetzen. Allerdings geht es nicht um die legendären “Bread Riots” die genau heute vor 254 Jahren in Liverpool ausbrachen, sondern um Gefrorenes. Denn das hat auch Jahrestag.
Es war heute vor 127 Jahren als die erste Ladung eingefrorenes Fleisch von Neuseeland nach England verschifft wurde. Von da an ging es bergauf mit Neuseeland und “The production of lamb, butter and cheese would flourish as New Zealand established itself as ‘Britain’s farmyard’.” (Quelle).
1882 segelte die Dunedin, ein Segelschiff ausgestattet mit einem eingebautem Riesenkühlhaus zum erstenmal in London ein. Käptn Iglu wäre begeistert gewessen. Dem “Haltbarkeitsdatum” - “eat-by date” wurden von da an Jahreszahlen angefügt.
Und was hat Sprachfetzen in seiner Gefriertruhe - “freezer”? Na klar! Fish fingers! Dreimal dürft ihr raten was das ist
Sprachfetzen ißt gerne, Sprachfetzen kocht gerne, Sprachfetzen geht ungerne hier in England ins Restaurant. Bezahlbares Essen ist in der Regel geschmacklos, gutes Essen ist überteuert und unterproportioniert. Mickrige Lendchen an großen Salatblatt oder Minihähnchenbrust mit 3 handgeschnitzten Pommes - immer unter tollen hungrigmachenden klangvollen Namen edel angerichtet.
KINDERPORTIONEN!
Wehmütig denke ich da an meine Jugend und Rita von der Schnitzelranch zurück. Schnitzel so groß wie Uli Hoeneß´Klappe. Pommes ohne Ende. Hach ja.
Nur nicht in England zum Essen ausgehen (außer vielleicht zum einheimischen Inder - Nationalgericht ist ja nicht mehr Fish und Chips, sondern Kurma Chicken und Balti Reis).
Ansonsten Jamie Olivers in den Restaurants, in den täglichen TV-Kochshowduellen und im Supermarkt.
Immerhin - ein kleiner Lichtblick für die die es japanisch mögen (ich nicht) - die “Rote Anna“. Die macht Bento Gerichte. Bento? - was ist Bento?. Killerkitty gibt Antwort: “… Üblicherweise findet sich unter diesem Begriff ein hausgemachter Lunch für Unterwegs. Allerdings nicht mit einem simplen Sandwich zu vergleichen.” (mehr). Bei der roten Anna sieht das dann so aus:
“Donnerwetter - I’ll eat my hat!” - “Da fress’ ich einen Besen!”
Spektakulär oder?
Oder doch eher: viel Reis um nichts?