Sprachfetzen schließt die Woche mit einem weiterem Gedanken zum sommerlichen Draußensein. Die Mücken sind abgewährt, der Grill ist beleuchtet, die Steaks und Würste liegen bereit. Was fehlt?
Kleinigkeiten zum Knappern. “Scrunchings and munchings” oder “nibblings” würde der Engländer sagen. “Scrunch” bedeutet “zerkauen, zermalmen”, “munch” meint “mampfen, schnabulieren”. “To nibble” ist “knabbern”.
Daher noch zum Wochenende drei Webseitentipps zum Thema “Outdoor cooking”. Outdoor cooking magic (Outdoor Cooking Magic provides tips, ideas, and recipes for cooking outdoors), Campground Cooking (mit 10 Hamburger Rezepten) und natürlich für den Notfall Outdoor Cooking Tips - emergency essentials.
Sprachfetzen kommt gerne auf ein Würstchen vorbei! Schönes Wochenende - wir lesen uns Montag.
Gestern haben wir uns ja nach draußen begeben und feine Laternen für laue Sommernächte gebastelt. Aber natürlich lauert gerade dort der Feind. Auf der Insel ebenso wie in Deutschland summen die kleinen Stecher und Sauger um einen herum. Besonders die fiesen kleinen Mücken saugen unbemerkt. “Mücke” im englischen “midge” (vor allem in Schottland) , “gnat” (ab 3, 4 Uhr Nachmittags kommen sie hier auf der Insel) . Was tun - “sling your hook” -”die Mücke machen”?
Einige Tipps zu diesem Thema und auch anderen Aspekten des Campingdaseins findet man beim “cheaptents” Blog.
Seid dankbar für die Tipps dort und denkt nicht Sprachfetzen würde “aus einer Mücke einen Elefanten machen” - “make a mountain out of a molehill”.
Zugegeben, die Tag sind ziemlich lang und die Nächte sind kurz. Aber es ist Grill- und Draußensitzsaison. Und der Engländer nutzt das bis zur Blasenentzündung aus. Es wird gegrillt, gartengefestet und biergegärtelt ohne Rücksicht auf den nichtvorhandenen Sommer. Und der Engländer macht es sich schön. In Deutschland längst verbotene Heizpilze, dampfende Riesengrills und selbstgebastelte Leuchten dominieren das englische Barbequeleben. Selbstgebastelte Leuchten habt ihr nicht liebe Sprachfetzen-Leser? Eine kleine flache Knopfzellenbatterie, ein Marmeladenglas und eine kleine LED Diode ergibt “quick, easy, temporary, and beautiful LED garden lights“. Die Tipps dort auf der “Evilmadscientist” Seite sind fast so gut wie die Baukästen von Kosmos, die ich früher hatte (die hießen glaube ich so ähnlich wie “Der kleine Elektromann” oder so …) Viel Spaß beim Basteln (to tinker, handicraft work).
Manchmal bin ich ein “faffer”. “To faff about” oder auch ” faffing around” nennt man die “unsinnigen Beschäftigungen”. Sich also mit unnützen Dingen aufhalten, während man eigentlich Besseres zu tun hat. “Herummachen” übersetzt es das dict.leo Onlinelexikon. Oder, um es besser und englisch zu beschreiben: doing things in a disorganized way and not achieving very much.
Statt meiner täglichen Arbeit nachzugehen, blogge ich lieber für die Sprachfetzen-Gemeinde. I´m faffing!
Heute ist Feiertag in England. Immer am letzten Montag im Mai wird “whitsun” begangen, Das Pfingstfest”. Das Wort kommt wohl von “white Sunday” und den weißen Roben die die Priester beim Taufen trugen.
Im Norden Englands hält sich die Tradition des “Whit walks” und anschliesendem “Whitsun Ale”. Eine Blaskapelle führt einen Umzug der Dorfbewohner aus der Dorfmitte zum umliegenden Grüngürtel an. Dort finden dann - nein kein Wettrinken von Ale - Sportwettkämpfe, Spiele und Tänze statt. Allerdings werden in den letzten Jahren diese Veranstaltungen oft von lokalen Brauereien gesponsert - manchmal artet das dann doch in ein Ale Besäufnis aus (Quelle).
Also Merkstoff: letzter Montag im Mai ist immer Feiertag in England. Ein Überblick über die anderen Feiertage auf der Insel findet man hier.
Die Woche neigt sich dem Ende, Sprachfetzen muß sich Ruhen. Ruhe findet man auf dem größten Friedhof in England, in Brookwood, Surrey.

Copyright by www.brookwoodcemetery.com
“Brookwood Cemetery is the largest cemetery in Britain and is probably the largest in Western Europe.
Situated between Woking, Guildford and Aldershot, it is located about 30 miles southwest of London, adjacent to the village of Brookwood” (Quelle).
Das Besondere - der Friedhof hatte seine eigene Bahnstation und seinen eigenen Zug. Der verband den Friedhof mit der Waterloo Station in London. Zug und Gleise gibt es seit 1948 nicht mehr, allerdings findet man immer noch Überreste der alten Bahnroute auf dem riesigen Friedhof.
Der Zug von damals war kein Expresszug, sondern eher “eine Bimmelbahn” - “a small train with a warning bell”. Damit bimmelt es zum Wochenende und die Woche der Friedhofsspaziergänge zu Ende. Ein schönes Wochenende wünscht Sprachfetzen, wir lesen uns am Montag wieder.
Sprachfetzen spaziert heute auf dem Friedhof in Hythe in der Grafschaft Kent. Dort befindet sich eines von zwei noch in England existierenden “ossuaries” - “Beinhäusern”. Das waren meist kleinere Häuser auf Friedhöfen zur Aufbewahrung ausgegrabener Totenknochen. Aus Platzgründen mussten Gräber beseitigt werden, die Knochen jedoch wurden aufbewahrt. Die Krypta bei der St. Leonard´s Church birgt 2000 menschliche Schädel und 8000 Schenkelknochen.
Platzmangel war also “the bone of contention” - “der Stein des Anstoßes” für die Errichtung eines Ossuatoriums, bis daß aber gefüllt war musste der Totengräber bestimmt “work his fingers to the bone” - “Knochenarbeit leisten”.
Sprachfetzen geht heute auf dem Friedhof in Berkeley in den Cotswolds spazieren. Und dort ist das Grab von Englands letztem Hofnarren (”Court jester”) zu finden. Dickie Pearce war ein Zwerg, der dafür bekannt war sich ballartig zusammenrollen zu können. Mit dieser Gabe trug er gerne auf Festlichkeiten als lebender Ball zur Erheiterung bei.
“Contrary to popular belief many Jesters were accomplished musicians, were articulate and well read, they also had acrobatic skills and were clever in sleight of hand tricks.” (Quelle)
Die Geschichte will es das der Spruch auf seinem Grabstein von Jonathan Swift stammen soll:
HERE LIES THE EARL OF SUFFOLKS FOOL
MEN CALLED HIM DICKY PEARCE
HIS FOLLY SERVED TO MAKE FOLKS LAUGH
WHEN WIT AND MIRTH WERE SCARCE
POOR DICK ALAS! IS DEAD AND GONE
WHAT SIGNIFIES TO CRY!
DICKYS ENOUGH ARE STILL BEHIND
TO LAUGH AT BY-AND-BY
Mehr über die alte Kirche, Friedhof und Lage gibt es hier. “Jester” ist der Hofnarr, jester´s license die Narrenfreiheit und die englische Büttenrede ist die “carnival jester’s speech”.