Seltsames, Skurriles und Merkwürdiges aus dem englischen Alltag



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    Archiv: September 2009

    Radio By Numbers und Terry Wogan

    Heute vor 32 Jahren:
    Radio By Numbers
    “The network radio changes on the morning of Saturday, September 30th 1967 gave birth to “radio by numbers”. The new pop music network on 247m was called Radio 1, the Light Programme became Radio 2, the classical Third Programme was renamed Radio 3, whilst the oldest channel, the speech based Home service, became Radio 4″ (Quelle)

    Von derselben Webseite: “Terry Wogan gave up the late nights in 1969 to host his own weekday afternoon record show aired on both Radio 1 and 2.” Heute ,30 Jahre später ist Herr Wogan immer noch aktiv für die BBC und eine morgendliche Institution.
    Weichspüler Wogan moderierte auch 35 Jahre lang den Europvision Song Contest für England. “Who knows what hellish future lies ahead? … Actually, I do. I’ve seen the rehearsals,” - opening remark for the 2007 show in Finland. (Quelle)

    Mehr über die Radiogeschichte Englands gibt es bei der History of Radiotransmissions.

    Ach ja, Merkstoff für Sprachfetzenleser: es heißt “on the radio” - im Radio. “Broadcast” heißt eigentlich auch “Radio”, geht aber eher in Richtung des etwas ältlichen “Rundfunk” Begriffs.

    Ausflugtipp: Shropshire - AONB

    Die Shropshire Hills area is designated as an Area of Outstanding Natural Beauty (AONB).

    Das ist doch einen Ausflug wert. Die sehr agrarisch geprägten Grafschaft in den West-Midlands grenzt an Wales an. Durch die zahlreichen geologischen Schichtungen wurde Shropshire zum Ausgangspunkt der Industriellen Revolution. Man findet dort fast alle nordeuropäischen Gesteinsarten. Früher wurden Kohle, Blei, Kupfer und Eisenerz in großem Umfang abgebaut.
    Sprachfetzen wird bei seinem Ausflug als Ausgangspunkt die Secret Hills exhibition nehmen.
    Danach geht es zum “Geocaching“. Entweder mit eigenem GPS oder eins für 10 Pfund leihen und mit dessen Hilfe  die Schatzsuche aufnehmen und einen der drei Lehrpfade “Time”, “Iron Age” oder “Second World War” erkunden.

    Hört sich nach Spaß an!

    Bollocks! - fluchen tut gut

    Fluchen tut gut! Wer kräftig schimpft, fühlt weniger Schmerz. Britische Forscher haben herausgefunden, dass Probanden ihre Hände länger in Eiswasser halten können, wenn sie dabei Schimpftiraden loslassen (Quelle).

    Grund genug zum Wochenanfang einige von Sprachfetzens englischen Lieblingsflüchen und Schimpfwörtern aufzulisten:

    drop dead - dich soll der Schlag treffen
    bloody hell - Verfluchte Scheiße
    Fucking hell! - siehe oben
    I’m going to pop a gasket - Ich krieg gleich nen Anfall!
    I’ll have your guts for garters - Ich bringe dich um! (wörtlich: Ich werde dein Darm als Strumpfband verwenden!)
    Bollocks! - die Erklärung schauen wir uns mal an:

    The Power of Pee

    Sprachfetzen hat ein Statistik Tool. Da kann er sehen welche Suchbegriffe von Google zu Sprachfetzen führen und welche Blogeinträge am meisten aufgerufen werden.

    Keine Ahnung warum, aber es wird gerne nach Pinkelgeschichten gesucht, noch mehr nach “Black Swan Green” und gerne gehört wurde “Das Ende“.

    sprachfetzen_statistik.jpg

    Grund genug zum Wochenausklang das beliebte Thema “pinkeln” erneut aufzugreifen. Natürlich gibt es die “Pee Powered Batteries” schon seit Jahren in Japan, aber wichtiger ist die Meldung aus Amerika die sich mit Urin als der “sauberen Energiequelle der Zukunft” beschäftigt.

    Vokabeltipps:
    to pee - pinkeln, pieseln, pullern, Wasser lassen
    to pee in my pants - vor lauter (Angst, Lachen) in die Hose gemacht
    urine - der Urin

    Und damit noch ein Gesundheitstipp für den Engländer zum Wochenausklang: Trink weniger Tee!
    Teetrinken wirkt harntreibend - da werden wertvolle Mineralsalze ausgeschieden, die der Körper eigentlich benötigt. Obacht!

    Fuddy-duddy

    Fuddy-duddy - Sprachfetzen ist begeistert, ein schönes Wort, eine schöne Wendung. Leicht zu merken. Die Ursprünge sind im Schottischen zu finden. “Duddy” bedeuted da soviel wie zerlumpt, “duds” sind die alten, geflickten, dreckigen zerlumpten Arbeitsklamotten der Minenarbeiter: wie heißt es im alten “Blackleg Miner” Folksong aus dem 19. Jhr:

    He grabs his duds and down he goes
    To hew the coal that lies below,
    There’s not a woman in this town-row
    Will look at the blackleg miner.

    Mit “fud” oder “fuddy” wird im Schottischen der Hintern, die Pobacke bezeichnet.

    Und heutzutage wird mit “fuddy-duddy” der altmodische, kleinkarierte Nörgler bezeichnet. So wie Sprachfetzen manchmal sein kann :)

    Shakespeares Redewendungen

    Die englische Sprache hat Shakespeare mehr Redensarten, Wendungen und Ausdrücke zu verdanken als jedem anderen Dichter und Schreiberling. Sprachfetzen hat mal ein paar zusammengestellt:

    Julius Caesar, 1601: “a dish fit for the gods” - gemacht für die Götter
    Romeo and Juliet, 1602: “A fool’s paradise” - Freude, auf falscher Annahme basierend
    Macbeth, 1605: “But screw your courage to the sticking-place” - standhaft und frohen Mute
    Henry V, 1601: “Even at the turning of the tide” - wenn sich als beständig geglaubtes ändert
    Henry IV Part 1, 1597: “He will give the Devil his due” - zahl zurück was du schuldest (egal ob Geld oder Gefallen)
    As You Like It, 1600: “Rhyme nor reason” - etwas, daß keinen (logischen oder poetischen) Sinn macht
    As You Like It, 1600: “Too much of a good thing” - zuviel des Guten
    Timon of Athens, 1607: “Seen better days” - hat bessere Zeiten gesehen

    Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt - es gibt mehr, aber zuviel, als daß es sich Sprachfetzen merken könnte. Drum lässt er den heutigen Blogeintrag enden mit Lady Macbeth, die da sagte:
    We fail!
    But screw your courage to the sticking-place,
    And we’ll not fail.

    More Dutch in English language

    Nachdem wir Gestern gelernt haben was “to go Dutch” meint, liefert Sprachfetzen auch heute weitere englische Redewendungen, in denen eher geringschätzig das Wort “Dutch” verwendet wird. Diese Geringschätzigkeit basiert auf kriegerische Streitereien der beiden Länder im 17. Jahrhundert. Da gab es diverse Meinungsverschiedenheiten und Anlässe - natürlich die “Dutch Wars” (Wikipedia) und nicht unbedeutend der große Heringskrieg.
    Die Holländer verpflichteten sich 1663, um ihre Fangrechte nicht verlieren, dem englischen König jährlich die ungeheure Summe von 30.000 Pfund Sterling zu zahlen, damit sie in Ruhe  mit ihrer Heringsflotte ausziehen konnten. Trotzdem kam es zum Streit zwischen England und Holland um die Rechte am Hering, der in der Frage gipfelte, ob auch auf den Meeren Grenzen zu ziehen wären, die niemand überschreiten darf.

    Und deshalb finden sich noch heutzutage in der englischen Umgangssprache Wendungen wie:

    Dutch comfort = cold comfort (schwacher Trost)
    Dutch concert = pandemonium (Chaos, wildes Durcheinander)
    Dutch courage = the courage of drink (der Mut des Betrunkenen)
    Double Dutch = Nonsense (ohne Sinn, Unsinn)
    Dutch crossing = crossing the street slant wise (schräg, im Zickzack über die Strasse)

    To go dutch

    Neulich waren wir im Restaurant. Da wir uns nicht einigen konnten ob und wer wen einlädt, stand plötzlich der Satz “we go dutch” im Raum. Sprachfetzen war irritiert. Das hatte er noch nie gehört. Hieß das sowas wie ohne bezahlen abhauen? Durchs Toilettenfenster flüchten. Oder vielleicht doch ne Münze werfen und der Verlierer zahlt?

    Nein - alles falsch. “To go dutch” kommt historisch von “Dutch treat” - “When you’re invited to a ‘Dutch treat’, the host expects each guest to pay his own way.”.

    To go Dutch - Jeder bezahlt für sich.

    © Thomas Althaus 2007 | by WordPress | WPD
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