Seltsames, Skurriles und Merkwürdiges aus dem englischen Alltag



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    Archiv: Dezember 2009

    Hen Night

    Was ist eine Hennennacht?

    Ein ganz großes Ding in England. Der Junggesellenabschied für Mädchen. In England ein Muß und auch in der Wikipedia ausführlich dokumentiert. Die baldige Braut und ein Haufen Freundinnen ziehen lärmend und plastik-glitzernd durch Straßen und Pubs. Da möchte man nicht reingeraten. Hooligans sind zahme Kuscheltiere dagegen. Die Mädels sind alle uniformiert und tragen T-Shirts mit Aufschriften wie “Danger Women Drinking!”, “No Cocks Allowed” oder “Make Mine A Double Anything…Please”. Muß man gesehen haben um es zu glauben.

    Sprachfetzen war neulich im Kellerclub auf ein Schaumloses. Eine Coverband spielte und plötzlich brach die Hölle los. Braut Amy (Namen sind auf den T-Shirts) mit ihren Hen Night girls. Da durfte sie auch auf die Bühne und einen Standard gröllen. Aber ich glaube sie war so komatös betrunken das sie die ironische Wahl der Band nicht erfasste. Sie coverten “Let it be”. Sprachfetzen war erschüttert.

    hen_night.jpg

    Emmy winning writer

    Ein witziger Blogeintrag von Ken Levine in seinem Blog “The World As Seen By a TV Comedy Writer”. Hier stieß ich auf Decoding Hollywood.

    Da lernt man unter anderem die hollywoodsche Umschreibungen für “gefeuert, rausgeschmissen, entlassen” - “fired”:

    “I want to spend more time with my family
    “I want to explore other exciting opportunities
    “Creative differences
    “Parting by mutual agreement”

    und natürlich sehr schön die letzten drei Listeneinträge dort:

    “Actor’s Director” – he can’t shoot action movies
    “Director’s Director” – his movies haven’t made a nickel.
    “Emmy winning writer” — blogger

    Mummer’s Plays

    In der Vorweihnachtszeit finden in England häufig sogenannte Mummer’s Plays statt. Eine alte britische Tradition Mummery bedeutet Vermummung. Das Ganze geht wohl zurück auf die Geschichten von “The Seven Champions of Christendom”. Das sind die Sieben Schutzheiligen von England, Schottland, Irland, Wales, Frankreich, Italien and Spanien. Die kämpften gegen Drachen, Hexenmeister, Unholde und weitere Ungläubige. Gut gegen Böse - Tot und Auferstehung. Auf einen harten Winter folgt immer der knospende Frühling.

    Die Mummer’s Plays sind eigentlich stumm, sozusagen Vorläufer der Pantomime. Aber “eventually, dialogue was added, but was passed on by word-of-mouth. Consequently, the ‘Chinese Whispers’ effect over the centuries and the loss of the real significance of the original story, makes present day performances very entertaining but virtually meaningless to most audiences.”

    Mehr im Web zu Mummer’s Play findet man hier und hier.

    Wie auch immer, das schöne deutsche Mummenschanz im Englischen ist ganz profan disguise oder masquerade.

    This is music to my ears

    Und mit einem weiteren Sprachfetzen Surftipp, diesmal für die Fußballfreunde unter den Lesern eroffnen wir die zweite Dezemberwoch. Das englische Blog Football and Music sammelt alles zum Thema. Mit viel Liebe und Arbeit zusammengetragen findet man Erschreckendes wie den Knaller von 1994 Village People and Die Deutsche Fussballnationalmansschaft – Far Away In America (hier nur ein kurzer Ausschnitt):

    Na, “this is music to Sprachfetzen’s ears” - das ist doch “Musik in Sprachfetzens Ohren”

    Die Engländer waren auch mal Papst

    Geschichtsunterricht bei Sprachfetzen.

    Heute am 4. Dezember 1154 wurde Nicholas Breakspear zu Adrian IV, dem bisher einzigen Papst aus England.

    Aber natürlich machten ihm das die Engländer sehr schwer, wurde er doch als 18 Jähriger im St Albans Abbey in Hertfordshire aufgrund seiner mangelnden Schulausbildung nicht aufgenommen. Nicholas wanderte aus nach Frankreich, zuerst Paris, dann Avignon. Dort begann sein Aufstieg der auf dem Papststuhl endete. Als Adrian IV legte er sich mit Friedrich Barbarossa an und wurde eines morgens tot aufgefunden. Vergiftet?

    Wie auch immer, in Hertfordshire findet man heute viele Plätze und Straßen die nach Nicholas Breakspear benannt sind, darunter Popes Road, Breakspear Way and Adrian Road. Die Mission des Nicholas Breakspear Catholic College, St Albans lautet:  ‘Everything we say and everything we do should be based on the Gospel values of Truth, Justice, Peace and Love.’

    Nach mal abwarten ob da ein neuer englischer Papst in der Mache ist, denn die Jungs dort sind - so sagt man - ”more Catholic than the Pope” - “päpstlicher als der Papst

    Und damit ein schönes Wochenende

    Interessante Briefe

    Richard Adams bekanntestes Buch ist “Watership Down” “Unten am Fluß”, die Geschichte von den gejagten Kaninchen und ihrer Flucht in eine neue Heimat. Die Filmversion von 1978 wurde zum Kassenknüller und “Bright Eyes” Art Garfunkels Titelsong, wurde eine der erfolgreichsten Schnulzen aller Zeiten.

    Richard Adams allerdings HASSTE den Song: “I HATE “Bright Eyes”!” schrieb er. Und dieser Brief, sowie viele andere “Letters of Note” sammelt das gleichnahmige Blog. “Letters of Note is an attempt to gather and sort fascinating letters, postcards, telegrams, faxes, and memos. Scans/photos where possible.”

    Wer also interessiert ist an dem Briefwechsel von Groucho Marx und TS Eliot und vielem mehr, der folge einem weiteren Sprachfetzen Surftipp.

    Radio Fail

    “To fail an examination” - “bei einer Prüfung durchfallen”, failure meint den Misserfolg, das Scheitern.

    Das Radio Fail Blog sammelt verunglückte Moderationen aus dem englischen Radio. Patzer aus lokalen Sender aber auch von Moderatoren der großen Mutter BBC. So kann man hier den Moderator von Radio Leicestershire hören der der Ivor Ardons Muttertagswunsch verliest: Dear Chris, please say a big hello to Connie Lingus who’s 69 on Tuesday, she’ll be enjoying my meat and two veg on Sunday at 12, wish her all the best and tell her I look foward to seeing her when she comes” (listen).

    Ein Sprachfetzen Surftipp.

    inundated

    Vor 4 Wochen berichtete Sprachfetzen über das Thema “furtling“. Dort wurde auch die englische Limonadenmarke Fentimans erwähnt. Die macht eigentlich ziemliches leckeres Rootbeer. Und nun ist die Marke in die Schlagzeilen und in amerikanischen Verruf geraten. In einigen US Schulen angeboten laß ein junges Schüler das Etikett sehr genau und petzte den Eltern das da ja 0.5% Alkohol drin seien. Die Eltern gingen natürlich sofort zur Schulverwaltung, der Staatsanwalt und die Schulbehörde wurde eingeschaltet und “US officials say lemonade with 0.5% alcohol content is ‘imitation liquor’ ” (Guardian). Im US Staat Maine wird Fentimans nur noch an Personen ab 21 Jahren unter Vorlage eines Ausweises verkauft.

    “A Fentimans spokeswoman told the Guardian its US arm had been “inundated” with inquires from people in 30 US states and parts of Canada asking where they could buy Fentimans lemonade.”

    “inundated” - “überflutet, überschwemmt”.

    Fentimans gibt’s hier in jedem britischen Supermarkt.

    © Thomas Althaus 2007 | by WordPress | WPD
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