Das wahr auch der Tagesschau eine Meldung wert. Google Maps zeigt den kleinen Ort Argleton in Lancashire. allerdings existiert dieser Ort garnicht, sondern an dieser Stelle befinden sich nur Wiesen und Weiden.
Der Phantom Ort hat - wie jede andere Gemeinde auch einen Wikipedia Eintrag und die Help save Argleton Gemeinschaft ist weiterhin sehr aktiv. Viele englische Blogs haben sich rührig mit dem Thema beschäftigt.
Tja, und wie kam es nun zur Existenz dieses Ortes? ”I really can’t explain why these anomalies get into our database.” sagen die Verantwortlichen.

Eine wichtige Frage. Die wurde bei www.spotthetiger.com beantwortet. Spot The Tiger ist eine wunderbare Webseite, ein Mix aus Kunst und öffentlicher Umfrage. Es werden brisant-interessante Fragen wie “Should same sex marriage be legal?” oder “Should it be illegal to sell fur in the UK?” als öffentliche Umfragen freigegeben. (Vokabeltipp: “fur” ist der “Pelz”).
Mit jeder “Question of the week” geht eine kleine “dafür” und “dagegen” Argumentation einher. So gelingt es der Seite über Meinungen zu debatieren und Platform für neue kreative Künstler zu sein.
Diese Seite ist auf keinen Fall ein Papiertiger - “paper tiger” findet Sprachfetzen.
Bog of Doom - “Moor des Untergangs” (wahlweise auch “Schicksals-Sumpf”) ist nicht der Titel eines neuen Hollywood Megaknallers den Sprachfetzen vorstellen will, sondern eine Art Querfeldeinlauf mit Hindernis. Eine in England sehr beliebte Freizeitsportart. Das ganze Jahr über finden in allen Landesteilen solche Läufe statt. Anmelden kann man sich zu solch einem ”Hellrunner” auf dieser Webseite. Aber man kann auch einfach nur zuschauen, wie sich die Teilnehmer durch Moor, Morast, Schlamm, Stein- und Felspisten quälen.
Sprachfetzens englischer Freund Tim, nahm letzten November am Bog of Doom Teil und stellte ein Foto zur Verfügung:

Wem das nicht genügt, jetzt anmelden zum “Tough Guy” im Juli!
- Tough Guy™ - The original and ultimate challenge. Run on the last Sunday of January and offering brain freeze like you’ve never experienced before!
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Manchmal, denkt sich Sprachfetzen, sind die Englander schon ein seltsames Volk. Apropos “seltsam” - da kann man im Englischen auswahlen zwischen: “whimsical”, “strange”, “weird”, “odd”, “peculiar” oder ”curious”.
Es gibt eine Katze die es zu einem eigenen Artikel in der Wikipedia gebracht hat. Sprachfetzen recherchierte nach Oscar the cat als er im Guardian ein Foto einer schnuffigen Katze mit der Bildüberschrift “Unsettling animal picture of the week” fand. Unsettling - beunruhigend war am Photo erstmal wenig.

Allerdings lebt Oscar in einem Altenheim. In dem Text unter dem Bild heißt es: “If he curled up on a bed, you could be pretty sure the inhabitant would be the next to cark it.”.
Wenn Oscar also sich für ein Schläfchen auf einem der Betten der Altenheiminsassen zusammenrollt, konnte man sich ziemlich sicher sein, daß der Besitzer des Bettes der nächste ist der abnibbelt.
“To cark it” - “abnibbeln, den Geist aufgeben”.
53 richtige Todesvoraussagen hat Oscar bis heute auf seinem Konto. Natürlich gibt es wissenschaftliche Erklärungsversuche: “Explanations for this ability include that the cat can smell ketones, the biochemicals released by dying cells, or the lack of movement in near-terminal patients. ” (siehe Wikipedia).
Die Katze hier in Haus bevorzugt das gelbe Sofa, Sprachfetzen is not in fear to cark it.
Walls are Talking: Wallpaper art and Culture” - so nennt sich eine empfehlenswerte Austellung in der Whitworth Art Gallery in Manchester, die noch bis zum 3. Mai läuft. “Kitsch ideas of home decoration are turned upside down as artists subvert the stereotypes of wallpaper to hit home messages about warfare, racism, cultural conflicts and gender.”.
In jedem guten Serienkiller Thriller findet man abgeschlachtete, ausgeweidete Opfer. Und natürlich den Raum und die Wände voller Blut, teilweise mit blutigen Hand- und Fingerabdrücken übersäht. Auch ein darauf basierendes Tapetenmuster findet man unter den Ausstellungsstücken. Tapeten für einen Nischenmarkt produziert. Käufer findet man für alles.
Was nun haben die Sprachfetzen-Leser heute gelernt: Tapete auf englisch heißt “wallpaper” und nicht etwa “tapestry”! Das ist der Wandteppich.
www.talking-walls.com wiederum ist eine Webseite die sich auf etwas andere Art mit Mauern beschäftigt.
In England immer noch ein alltäglicher Anblick - der Milchmann bringt die Milch. Sowohl auf dem Lande als auch in Großstädten. Leere Milchglasflaschen werden vor die Tür gestellt und morgends gegen volle ausgetauscht. Überall sieht man die schicken kleinen Milchlaster auf Auslieferungsfahrt.

Merkstoff für die Vokabellerner:
skimmed milk - fettarme Milch
long-life milk - haltbare Milch
evaporated milk - die Kondensmilch (siehe auch condensed or evaporated)
Zwei schöne Begriffe. “Swat” bedeutet zerquetschen, fly swat ist die Fliegenklatsche.
Natürlich kennen wir aus Funk und Fernsehen das SWAT Team (special weapons and tactics) - das Sondereinsatzkommando.
In den USA gibt es auch noch andere SWAT Teams. Students Working Against Tobacco.
Aber es gibt auch noch das sehr ähnlich klingende “swot”. Nicht mehr ganz so gebräuchlich, aber trotzdem weiß der Engländer sofort was gemeint ist, wenn man im Beruf- oder Schulalltag jemanden als “swot” bezeichnet.
Es ist der “Streber”. Streberhaft kann man mit swoty übersetzen*. Das Verb “to swot” meint “büffeln, pauken”. Haha, was Sprachfetzen der alte swot nicht alles weiß
* Nachtrag: Jochen English machte mich darauf aufmerksam es wird “swotty” geschrieben, mit zwei “t”. Danke.
Sloth ist das Faultier, bedeutet allerdings auch “Faulheit”. Ein schöner englischer Begriff findet Sprachfetzen, er hört sich richtig faul an.
Vor ein paar Tagen ist Sprachfetzen auf den Artikel “Vasectomania, and Other Cures for Sloth” gestoßen. Vasectomania, kommt von vasectomy, dem englischen Wort für Vasektomie, oder auf gut Deutsch: Samenleiterunterbindung. Sterilisation des Mannes als Heilmittel für Faulheit.
In dem Artikel, der vor allem Forschungen in der ersten Hälfte des 20. Jh beleuchtet, lernen wir über Vasektomie (oder damals einfach Steinbach Operation genannt) folgendes:
“His weight was 108 pounds, his musculature was weak, and there was very little cushion of fat,” wrote Steinach in his report. “The skin was dull and conspicuously dry, the hair grey and had fallen out on top, scanty beard, lank hair growth on the trunk and extremities.” A year and a half after the operation, the coachman had put on thirty-five pounds. “The ex-patient now drags loads of up to 220 pounds with ease. His muscles have developed extraordinarily. The hair on his head is thicker and his beard more strongly developed.”
Toll!
Und heutzutage ist Vasektomie mit der modernen Medizin so einfach! “Unter örtlicher Betäubung wird, nach dem NON-SCALPEL-VASEKTOMY – dem messerlosen Operationsverfahren, links und rechts am Hodensack, eine Hautöffnung von 1 Zentimeter mit einer speziellen Klemme geschaffen. Über diesen Zugang werden Teilstücke der Samenleiter entfernt. Die Samenleiterenden werden unterbunden und verschorft” (Quelle).
Und damit will ich den Kreis zum letzten Blogeintrag schliessen.
John Terry ist zwar nicht faul, aber vielleicht bringt ihm eine Vasektomie die Kapitänsbinde zurück.
Schönes Wochenende!