Seltsames, Skurriles und Merkwürdiges aus dem englischen Alltag



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    Archiv: September 2010

    tag your child

    Littlehampton ist ein kleines verträumtes Nest an der englischen Südküste, etwa 45 Autominuten östlich von Southhampton. Die deutsche Wikipedia bietet eine umfassende Beschreibung die ich hier vollständig wiedergebe: “Littlehampton ist eine Stadt in West Sussex in Südengland mit etwa 25.600 Einwohnern (Stand: 2001) und einer Fläche von 11,35 km². Der Badeort liegt am Ende der South Downs an der Mündung des Aruns in den Ärmelkanal. Die Stadt verfügt über einen Yachthafen.”

    Sprachfetzen findet Littlehampton hat einen gewissen abgeschrappelten Charme und ist nicht so überlaufen wie die anderen Badeorte. Natürlich kann es in den Ferienzeiten in der Sommersaison schon mal voll werden. Da verliert man leicht die Übersicht in der Menge und - schwupp ist das Kind ertrunken. Daher der sympathische Hinweis: “tag your child” - mach nen Aufkleber, Anhänger an dein Kind.

    tagyourchild.jpg

    mind your P’s and Q’s

    “Mind your P’s and Q’s,” bedeutet “sei vorsichtig, sorgsam” oder auch “benimm dich”.

    Eine Theorie besagt das diese Wendung von dem Brauch in englischen Pubs kommt, bei dem eine Strichliste der konsumierten Getränke hinter der Theke geführt wurde.  ”P” stand für “pints” und “Q” für “quarts”. Falls nun ein Pubgast nicht richtig aufpasste -  ”mind his P’s and Q’s,” - konnte es schon vorkommen das der Wirt am Ende des Abends ein paar Striche mehr auf der Tafel vermerkt hatte.

    Eine andere Theorie kommt aus dem Klassenzimmer. Jedes englische Kind das Schreiben lernte musste höllisch aufpassen das es das kleine “p” inicht mit dem kleinen “q.” verwechselte. Daher, so meinen manche kommt das von Lehrern oft gesagte “mind your P’s and Q’s” als Methaper für sei aufmerksam und vorsichtig.

    Der Papst war da

    popeiscoming.gif

    Das nette Photo wurde Sprachfetzen zugemailt - leider ohne Credit und Copyrightangabe. Falls also jemand das Copyright hat - bitte melden.

    Auf jedenfall gibt mir der UK Papstbesuch Anlaß dazu, folgende kleine Redewendung bei Sprachfetzen unterzubringen:

    “more Catholic than the Pope” - “päpstlicher als der Papst”.

    Ach ja, als “pope” wird auch der Rotzbarsch und die Pfaffenlaus bezeichnet. Das ist doch was!

    Fireworks

    In England ist das erste große Feuerwerk anlässlich des Geburtstages der Queen im Jahre 1572 dokumentiert.

    Heutzutage können auf der Insel das ganze Jahr hindurch Raketen, Kracher und Knaller gekauft werden. Zum Thema Feuerwerk in England und den gesetzlichen Bestimmungen dazu findet man hier Informationen.

    Sprachfetzen allerdings meint, daß Beschränkungen durchaus sinnvoll wären, denn in Covenrty findet man einige Ecken die so aussehen wie diese Fassade hier in der Foleshill Road.

    fireworks.jpg

    End of the Road Festival 2010 - Crumpets

    Natürlich gab es beim End of the Road Festival auch ordentliche Verpflegung. Sprachfetzen hat dort frisch gemachte Crumpets gegessen. Gabs beim Tea Stop Bus:

    teastop.jpg

    Wikipedia weiß: Ein englischer Crumpet ist ein Kuchen, hergestellt aus Mehl und Hefe. Crumpets werden hauptsächlich in Großbritannien, jedoch auch in den ehemaligen Kolonien Großbritanniens verzehrt. In Schottland bezeichnet Crumpet einen großen, dünnen Pfannkuchen, der aus denselben Zutaten bereitet wird wie der traditionelle Scotch pancake.

    Das Wort ‘Crumpet’ geht auf das Jahr 1694 zurück und könnte sich auf einen zerknitterten (engl.: crumpled) oder auf einen lockeren (engl.: curled-up) Kuchen beziehen. Ebenso sind keltische oder walisische Einflüsse möglich. So könnte das Wort von dem bretonischem (keltische Sprache) Begriff krampoez herrühren, was soviel bedeutet wie “dünner, flacher Kuchen”.

    crumpets.jpg

    Es gab natürlich auch noch eine andere Art von crumpets auf diesem Festival, wofür die Dame im Vordergrund des Busphotos stellvertetend herhalten muß.

    “A nice piece of crumpet” - “ein steiler Zahn, die Schnecke”.

    End of the Road Festival 2010 - Musik

    Nochmal ein paar musikalische Empfehlungen die Sprachfetzen vom End of the Road Festival mitgebracht hat.

    Allo Darlin‘ are many things. They can turn a room in a famous punk venue into a joyous, jumping, sweaty, pop-mosh pit. Or bring a room of 500 to hushed silence with the few strums of a ukulele and a love song about cooking. They’ve had glowing reviews in places such as the Metro, The Fly and The Guardian, the latter calling their “Henry Rollins” single “the best indiepop song for years”. (Quelle: End of the Road Festival Website)

    Sprachfetzen sagt: die sonnigen Go Betweens treffen auf Jonathan Richman (wenn er ein Mädchen wäre).

    Allo Darlin’ - Dreaming

    London Snorkelling Team ist eine Band that “play music they imagine may have happened some time in the 1950s, perhaps at a cocktail party for experimental scientists with a fascination for cartoons”.

    Sprachfetzen meint: sollte man sehen. Besonders toll der Einsatz des Overhead Projektors wo zur Musik kleine Comicfiguren über die Folie geschoben werden. Faszinierend.

    The London Snorkelling Team - Samuel Langoustine

    Von Jessica Lea Mayfield wird gesagt  “I think she’s dark and moody in a mysterious way.”  Pitchfork gave the album a rating of 8.2, calling it “fascinating and endlessly listenable.” (Quelle: End of the Road Festival Website)

    Sprachfetzen sagt, wer ein Cheerleader outfit trägt mit einer “Shit happens” Kappe und todtraurige Lieder macht, kann nicht schlecht sein

    Jessica Lea Mayfield – Kiss Me Again

    Ein bewegender Moment war der Auftritt des großen Edwyn Collins. On Sunday, February 20, 2005, Edwyn was admitted to hospital after collapsing at home. He was later diagnosed with having suffered two cerebral haemorrhages and underwent a precarious neurological operation. Incredibly, through a combination of surgical brilliance, the heroic support of his family and his own seemingly invincible will- power, Edwyn pulled through. Six months after his stroke, he was back at home. But more phenomenal still was his determination to overcome the physical after-effects hindering his movement and speech. (Quelle: End of the Road Festival Website)

    Und nun ist er zurück mit einen tollen POP Album.

    Edwyn Collins - I’m losing sleep

    End of the Road Festival 2010

    Sprachfetzen war mal wieder bei seinen Lieblingsfestival. Das End of the Road Festival in Dorsett. 4 Bühnen, limitiert auf 5000 Besucher, freundliche Hippie-Atmosphäre. Der ordentliche Hippie hat da sogar ein Plastiktäschchen dabei worin Zigarettenkippen entsorgt werden können- anstatt sie einfach auf Gelände zu schmeißen. Sehr fein:

    stubtidy.jpg

    Keine Ahnung wo der Raucher so etwas erwirbt - hoffentlich erhältlich in jedem Tabakwarenladen. Oder auch bei www.buttsout.net/uk. Das freundliche Hippie Mädchen benutzte “Stub Tidy”. Cigarette stub ist umgangssprachlich die Kippe, der Zigarettenstummel.

    Sprachfetzens Kamera macht auch kleine Videos. Wer sehen will was Sprachfetzen gesehen hat, der klickt zu www.sprachfetzen.de/eotrvideos - dort gibt es vier kleine Clips von:

    C.W. Stoneking (Festivalhöhepunkt!!)

    Low Anthem (ein sehr wunderbarer intimer Gig)

    Kath Bloom (viel zu unbekannt, die große Dame des englischen Folks)

    Minnikins (aus Kanada, ein bißchen wie die Handsome Family, Country Noir)

    Alle Aufnahmen vom End of the Road Festival 2010. 2011 ist’s wieder. Empfehlenswert.

    Bob’s your uncle

    Eine schöne Redewendung.

    Es war 1887, als der Britische Premierminister Robert Cecil einen gewissen Arthur Balfour zum Chief Secretary for Ireland, einem angesehen aber auch heiklen Posten, ernannte. Allerdings war der britischen Öffentlicheit sehr wohl bekannt das der Premierminister Arthur Balfours Onkel war -  ”Uncle Bob”.

    So wurde “Bob’s your uncle” ein populärer, sarkastischer Ausdruck, wenn es um Vetternwirtschaft ging. Im Laufe der Jahre verschwand der Skandal aus dem Gedächnis, die Wendung verlor ihren Sarkasmus und steht inzwischen als Synonym für “kein Problem”.

    Bob’s your uncle - und die Sache ist erledigt, die Sache ist geritzt.

    © Thomas Althaus 2007 | by WordPress | WPD
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