Sprachfetzen beginnt das neue Jahr einmal andersherum. Kein Deutscher in England, sondern eine Engländerin in Deutschland. Kracher und Raketen an Silvester ist eigentlich nicht so das Ding in England. Erst seit dem Millenium-Spektakel wird dort zum Jahreswechsel etwas mehr geknallt. Unsere Britin war um Mitternacht in Hannover wo das Leben tobte.
“At about 11.45 we headed out onto the streets…to anarchy! It is amazing the cultural differences in Europe. In England, for as long as I can remember, and I’m talking about way back to my small childhood, fireworks have been the domain of men! Women and children stand safely back, whilst men proceed to cautiously light the chosen firework, for the aforementioned fairer sex and little people to ‘Whoa’, ‘Ah’, ‘Whee’ at; followed by another firework lit for the same procedure of adoration and amazement to repeat itself. Well on the streets of Germany it is chaos….everywhere and I mean everywhere, irrelevant of parked cars, pedestrians, passing buses, open windows, fireworks are being let of by everyone and sundry. I saw kids no higher than my knee lighting fireworks…and as for safely standing back….when fireworks are being let off 360 degrees to you….it’s hard to be sure where a safe distance or place is! It was so different to the UK!!!! When I was a kid we had fireworks…but more and more often everybody goes to firework displays and the safety element and statistics of accidents each year seem to have deterred the Bits from having their own firework extravaganza. Not so the Germans!! After about 30 - 45 minutes of pyromaniac display of light, colour, smoke and sounds we returned to the flat amidst the debris of several hundred thousand euros of fireworks’ carcases. And of course, with German efficiency, the road sweepers were out in the early morning…so when the citizens of Hannover (and probably every city and town across the Fatherland) awoke…all was clean and back to order. It’s funny, and just so different to England. We’d have been arrested the previous night for such careless behaviour….and the streets would have stayed filthy for weeks to come…with everyone lamenting the mess and the falling of standards. So different….not necessarily better…just so different.”
Heute schreibt Sprachfetzen über die englischen Polizisten. Jeder kennt sie auch als “Bobbies”. Woher leitet sich die Bezeichnung “Bobbies” für die englischen Polizisten eigentlich ab?
Ganz einfach, 1829 war London so groß und die Straßenkriminalität außer Kontrolle, daß es an der Zeit war zu handeln. Der Innenminister Sir Robert Peel wurde der Herr über 3500 Straßenpolizisten, die von da an Londons Straßen patroullierten. Die Abkürzung für Robert ist Bob. Seitdem sind sie als Bobbies aber auch als Peelers bekannt.
Natürlich gibt es noch weitere umgangssprachliche Bezeichnungen für den uniformierten Freund und Helfer.
“Copper” - “they caught or copped (veraltet)” Verbrecher.
“Crushers” - they crushed liberty
“Jenny Darbies” - vom französischen Gendarmes (gens d’armes) (siehe auch hier)
Einer dieser seltsamen Trinkbräuche in England. Es gibt dieses Gefäß, ein Rundkolben sozusagen, nicht ausbalanciert - es kippt um solange sich Flüssigkeit darin befindet. Der Gastgeber befüllt es, gießt allen ein und gibt dann den Dekanter entgegen des Uhrzeigersinns (so will es der Brauch) weiter. Um es nun nicht so lange zu halten, muß man sein Glas schnell austrinken, dann auffüllen und dann darf man ihn wieder weitergeben.
Es heißt also aufgepasst, wenn sich die Dekanter-Flasche nähert - schnell leertrinken! Es gibt keine Möglichkeit den Dekanter abzusetzen (”hogging the Port”).
England verliert eine große Attraktion. Sprachfetzen hatte vor ein paar Jahren mal über das große Käserollen in Gloucestershire berichtet und nun wurde es dieses Jahr abgesagt. Die Gemeindeväter hatten Anfang des Jahres beschlossen ein Zweitage Festival zu veranstlten und dafür £20 Eintritt zu nehmen. Eintritt? Als das bekannt wurde, erging es den Komiteemitgliedern garnicht gut: “People have been spat at in the street, received verbal abuse in shops and at school gates and there has even been talk of bricks through windows and houses being burned down.” Da kam der Hooligan beim gemeinen Käserollpublikum durch. Hier der BBC Bericht dazu.
Schade! meint Sprachfetzen - what a bummer!
Mal wieder ein Ausflugstipp von Sprachfetzen. Es ist die richtige Jahreszeit, es wird früh dunkel, es ist grau und häßlich, Nebelschwaden, Rabenkrächzen, Untotengewimmere ….
Wir besuchen das Hexenmuseum in Boscastle, Cornwall. Hier finden wir die: “world’s largest collection of witchcraft related artefacts and regalia”. Alles weiter und wie man dort hinkommt findet man auf der Seite des Hexenmuseums.
Aber Obacht! The Witch’s Warning: People with Children of a sensitive disposition are warned that some of the exhibits are controversial.
Bevor man also leichten Herzens und frohen Mutes dort hinfährt: give it a ponder!. “To ponder on something” - “etwas nochmal überlegen, etwas nochmal überdenken”.
Am 15. July ist St. Swithin’s Day - wichtig für alle Meterologen, denn so besagt die Wetteregel: regnet es am St. Within’s Day, wird es die nächsten 40 Tage weiterregnen.
Dazu gibt es auch einen alten Reim
‘St. Swithin’s day if thou dost rain
For forty days it will remain
St. Swithin’s day if thou be fair
For forty days ’twill rain nae mair.’
dost = does
thou = you
nae mair = no more.
Was sagen die englischen Bauernregeln (country sayings, weather proverbs) zum Juni:
‘A calm June puts the farmer in tune’
‘June damp and warm, does the farmer no harm’
Im Juni erwartet uns der längste Tag (Summer Solstice) und 3 Tage später am 24. Juni der Midsummer’s Day, die Mitte des Sommers. Dann fackeln, besonders im Süden Englands die großen Midsummer’s Day Feuer (dafür gibt es in England kaum Osterfeuer).
Außerdem gilt es nach Bienen Ausschau zu halten:
A swarm in May is worth a load of hay; a swarm in June is worth a silver spoon; but a swarm in July is not worth a fly (Quelle).
Das große Brot und Käse Werfen findet diesen Sonntag (”whit sunday”) in St Briavel’s Church im Forest of Dean in Glouchestershire, statt. Seit 1779 gibt es diese Tradition, allerdings musste damals noch jeder einen Penny zahlen um am Fangen teilnehmen zu dürfen.
Als milde Gabe für die Armen einst gedacht, hat sich diese Tradition im Laufe der Jahre zu einem Spektakel entwickelt, welches zwischenzeitlich wegen hooliganmäßigen Besäufnissen und Schlägereien auch mal ausfallen musste. Inzwischen geht es wohl wieder gesittet zu und die Häppchen (”morsels”), die als milde Gabe (”dole”) geworfen werden, werden weniger blutig umkämpft.
“From the moment the first morsels are thrown a thrill of excitement ignites the crowd. Hands outstretched, every man, woman and child battles for his share of the bounty. There are no rules in this battle - women hoist restricting skirts and men pull out extraordinarily large hats to ensure they receive more than their fair share.” (Quelle - unten auf der Seite).
Ein Ausflugstipp von Sprachfetzen.