Flibbertigibbet weint in der Ecke
Flibbertigibbet war Lehrling bei Wayland dem sächsischen Schmiedegott. Die von Wayland gefertigten Schwerter verfügten über Zauberkräfte. Er fertigte Schwerter für die germanischen Götter Odins und ein Schwert für Beowulf, mit dem dieser das Ungeheuer Grendel tötete, an.
Wayland schickte eines Tages seinen Lehrling Flibbertigibbet neue Nägel zu besorgen. Auf dem Rückweg überkam dem Jüngling der Hunger und er machte Jagd auf Kleingetier und suchte Vogeleier und ähnliches. Dabei vergaß er die Zeit und kam erst Stunden nachdem ihn Wayland eigentlich erwartete, zurück. Wayland war wutentbrannt, nahm einen der riesigen Felsbrocken, warf ihn nach Flibbertigibbet und nagelte ihn damit mit dem Schuhabsatz am Boden fest. Ohne Möglichkeit sich von der gigantischen Last zu befreien, blieb der arme Kerl in der Ecke weinend sitzen bis er starb.
Seitdem heißt eine Stelle in der Beerdigungskammer des Hühnengrabes von Wayland’s Smithy, “snivelling corner”.
Wayland´s Smithy in der Nähe von Swindon in Oxfordshire ist eines der schönsten und besterhaltensten Hügelgräber mit Grabkammer in England. Eine Websites mit Fotos findet man hier und hier gibt es eine Luftaufnahme.
Das Grab wird mit Wayland assoziiert, weil der Legende nach genau am Schlussstein des Grabes das Pferd eines Reisenden den Huf verlor. Der Reisende ließ Pferd und einige Geldmünzen zurück. Als er am nächsten Morgen zurückkehrte, war das Pferd neu behufft und das Geld verschwunden. Die unsichtbare Schmiede des Gottes Waylands soll ganz in der Nähe sein.
Auch wenn man die Schmiede selber kaum sehen wird - wer sich für Neolithische Grabstätten interessiert, sollte Wayland´s Smithy auf jeden Fall besichtigen.

