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    Mountainbike pt. 1 - Anglizismen: why the hell not

    Immer mal wieder wird über zuviele Anglizismen in der deutschen Sprache diskutiert. Die Tage stieß ich im Pottblog auf einen Artikel zu diesem Thema (war aber keine Stimmungsmache). Manchmal treibt das Thema erschreckende Blüten wie vor einigen Jahren die Forderung nach einer Quote für deutschsprachige Musik im Radio. Gut das das nicht “gestartet” wurde. “Mountainbike”, “joggen”, “sorry”, “zappen” “Airbag”, “Babysitter”, “clever”, “fit”, “cool”, Frisbee”, “Fan” usw usw - wer benutzt diese Wörter nicht. Es gab 1885 - 1945 eine Art Sprachreinigungsbewegung in Deutschland, den Allgemeinen Deutschen Sprachverein, der wollte “die Reinigung der deutschen Sprache von unnöthigen fremden Bestandtheilen fördern” (Quelle: Wikipedia). Das finde ich schon ziemlich “eerie” - gruselig, unheimlich – strange and frightening.

    5 Kommentare

    1. Stefan:

      In Frankreich gibt es nach wie vor ein solches “Gesetz zur Reinhaltung der Französischen Sprache” - mit dem Erfolg, daß für jedes englische Fachwort ein französisches Pendant erfunden werden muß. Irgendwelche Fachliteratur scheint mir dadurch fast bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Vom französischen Quotenradio (vorgeschriebene Höchstquote für Musik mit nicht-französischen Texten) will ich gar nicht reden…
      Umgekehrt ist der Trend (oh, wie sage ich das denn auf Rein-Deutsch? ;-) ) in Deutschland leider so, daß an vielen Stellen scheinbar mit aller Gewalt auf englisches Vokabular ausgewichen wird - scheinbar, weil’s so unglaublich “cool” klingt. Außerdem lassen sich damit unangenehme Aussagen wunderbar kaschieren: “Toll Collect” klingt doch wesentlich attraktiver als “Maut-Abbuche”, oder?
      Das gesunde Mittelmaß macht’s - die A-Capella-Band WiseGuys bringt’s imho schön ironisch in ihrem Song “Denglisch” auf den Punkt… (Liedtext hier: http://www.wiseguys.de/liedtexte/denglisch.htm)

    2. Coolking:

      Hi Stefan,
      ja da hast du recht - englisches Vokabular lenkt manchmal vom Eigentlichen ab. “Outsourcen” zum Beispiel, bedeutet ja meißt soviel wie “Mitarbeiter entlassen”.

    3. Bernhard:

      Mir gehen die vielen überflüssigen (!) Anglizismen, die meist aus pseudomodischen Gründen benutzt werden, mächtig auf die Nerven. Fahrkarte, Eintrittskarte, Strafzettel, Flugschein sind heutzutage ein “Ticket”, ein Hausmeister ein “Facility Manager”, ein Fototermin ein “Schuuuuting”.
      Die deutsche Nachkriegspsychologie inkl. Minderwertigkeitskomplex lässt grüßen…
      .
      Be-grüßen würde ich ein angemessen gestaltetes Sprachschutzgesetz; die französische Variante geht mir allerdings in einigen Punkten zu weit.
      .
      Die Sprache bereichernde Lehnwörter: Gerne!
      Sprachschrott: Nein Danke!
      .
      Die “Kommunikationsbranche” trägt mit Konstrukten wie “Frühlings Gemüse Suppe”, “Griess Pudding” u.ä. zum weiteren Wachstum des Sprachmüllberges bei.
      .
      Fremdsprachen sind mein Hobby, ich sehe aber nicht den geringsten Grund, den “grossen sprach brei” anzumischen.

    4. Coolking:

      Naja ist halt vieles Wichtigmacherei. To-do-list im Meeting erstellen, dem “CEO” ergeben lauschen, oder auf die Release Notes irgendwelcher Softwaregurus warten. Und eigentlich weiß ich immer noch nicht was ein Key Account Manager wirklich ist oder was er macht.
      und und und ……

    5. Hannes:

      Ich lese häufig Beiträge gegen die Anglizismen. Ich verstehe das auch bis zu einem gewissen Grad. Allerdings komme ich selbst aus zwei Gebieten in denen Anglizismen häufig verwendet werden: Von der EDV und eben vom Mountainbiken. Dazu kommt, dass ich mich seit über zehn Jahren mit dem Internet beschäftige. Damals war das meiste in Englisch. Als ich meine erste Forumssoftware vom Englischen übersetzte, wäre ich nie auf die Idee gekommen, Begriffe, wie “Thread”, “Post”, “User”, “Private Message” etc. zu übersetzen. Ich kannte es ja nicht anders. Außerdem kommt hinzu, dass man sich mit Gleichgesinnten unterhält, und die ja auch diese Begriffe verwenden. Für mich ist die Sprache ein Hilfsmittel. Und Anglizismen im Deutschen haben einen Vorteil - den die gleichen Begriffe in Englischen nicht haben: Sie sind präziser. Z.B. ist mit “Thread” für halbwegs versierte und deutsch-sprechende Internet-Benutzer eine Diskussion zu einem Thema auf einer Webseite (meist Online-Forum) gemeint. Die übliche Übersetzung “Thema” ist da viel weniger aussagekräftig. Nämlich genauso vielsagend, wie der Begriff “thread” für einen englisch-sprachigen Menschen. Wenn jetzt bei einem deutschen Gespräch ein englisches Wort fällt, weiß ich sofort, dass es sich jetzt um ein EDV- oder Mountainbike-Thema handelt.

      Ich glaube, dass das - neben der “Coolness” - auch ein Grund ist, warum die Anglizismen so beliebt sind.

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