Susan Boyle, der englische Maschendrahtzaun
Sprachfetzen mit Verspätung, die Osterferien kamen dazwischen, Frau Boyle betrat die Bühne vor Ostern. Die 47jährige arbeitslose Schottin, die in einem Charity Shop aushilft und jungfräulich mit ihrer Katze zusammenlebt sang eine schleimige Schnulze aus einem schleimigen Musical in der “Britain´s Got Talent” Fernsehshow - und ALLE weinten und lieben das hässliche Entlein nun. Über 30 Millionen Aufrufe des Clips bei YouTube, rund hundert medienübergreifende Interviews und ein Artikel im Spiegel.
Aber das Volk liebt nicht nur das Pummelchen, nein das Volk beginnt sogar die verhassten Juroren zu lieben, denn während des Vortrags: “watching these three plasticky judges go from condescension to surprise to bated-breath joy in under five minutes. Even Simon Cowell, that bitchy gym-ratty thing, can’t manage to do much more than grin by the end” (Quelle).
Fernseh macht den Internetstar. Der Warholsche 15 Minuten Ruhm trifft auch den Raabschen Maschendrahtzaun.
Die schleimige Schnulze hieß ” I dreamed a dream” was uns zu unserer heutigen Redewendung bringt:
“I wouldn’t dream of such a thing!” - “Das wäre mir nicht im Traum eingefallen!”


Mittwoch, 6. Mai 2009 um
“Les Miserables” würde ich nun nicht zu den schleimigen Musicals zählen, es hat immerhin eine richtige Handlung.
Donnerstag, 7. Mai 2009 um
Barbara, ich finde ja Musicals haben generell etwas schleimiges, mal abgesehen von Handlung oder nicht.